Zahnärztliches Lexikon O
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Obduration
narbenbedingte Gewebeverhärtung.
Oberflächenanästhesie
leichte Form der Lokalanästhesie, praktische ohne Nebenwirkungen; es wird die Mundschleimhaut mit einer betäubenden Lösung (z.B. Tetracainspray) befeuchtet (es erfolgt kein Einstich wie bei einer "Spritze"). Die Tiefe der O. erreicht höchstens 1mm; die Indikation ist nur auf sehr leichte Eingriffe begrenzt. Auch einsetzbar zur Unterdrückung des Würgereizes bei der Abdrucknahme. Gut bewährt hat sich die O. bei ängstlichen Patienten, welche sich vor dem Einstich der Betäubungsspritze fürchten.
Oberkiefer
lateinisch: Maxilla.
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Obliteration
Verstopfung von Hohlräumen. In der ZHK gebräuchlicher Ausdruck beim Verschluß der Wurzelkanäle durch Verkalkung (z.B. durch ein Dentikel).
obsolet
nicht mehr üblich, veraltet; nicht mehr den Regeln der ärztlichen Kunst entsprechend. Obturator lat.:= verstopfen; Mundprothese, durch die Kiefergaumenspalten oder sonstige Gaumendefekte zur Verbesserung der Nahrungsaufnahme und des Sprechens geschlossen werden; gebraucht als letzter Ausweg, wenn eine kieferchirurgische Operation nicht zum Erfolg führt.
Ödem
auch Wassersucht; meist schmerzlose Ansammlung von seröser Flüssigkeit in den Lymphspalten der Gewebe.
Odontalgie
wenig gebräuchliche Bezeichnung für Zahnschmerz.
odont...
grch. Vorsilbe für Zahn... .
Odontium
das gesamte zum Zahn gehörende Gewebe wie Schmelz, Dentin(Zahnbein), Pulpa(Nerv) und Parodontium.
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Odontoblasten
dentin(zahnbein)bildende Zellen innerhalb der Zahnpulpa; sie sind beim lebenden Zahn zeitlebens aktiv und haben u.a. eine wichtige Reparaturfunktion bei der Behandlung der Caries profunda durch Bildung von neuem Zahnbein.
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Odontoblastenfortsätze
in den Dentinkanälen befindliche Fortsätze der Odontoblasten.
Odontoklasten
sog. Resorptionszellen; zahnbeinabbauende Körperzellen; Vorkommen an den Wurzeln von Milchzähnen zum natürlichen Abbau dieser Wurzeln im Rahmen des Zahnwechsels, bei impaktierten Zähnen, und bei reimplantierten Zähnen.
Odontom
gutartiges Geschwulst mit begrenztem Wachstum aus Zahnhartsubstanz; Fehlbildung eines Zahnkeimes.
odontotrop
auf die Zähne wirkend.
offener Biß
ein 'nicht Zusammenbeißen' aller oder einiger Zähne des Ober- mit dem Unterkiefer, besonders im Schneidezahnbereich. Die Hauptursache ist das Lutschen, weniger bedeutend sind eine Vererbung oder eine falsche bzw. nicht zu Ende geführte kieferorthopädische Behandlung.
Siehe auch unter Kiefer- und Zahnfehlstellungen auf eigener Seite.
Öffnungskurve
bedingt durch den komplizierten anatomischen Aufbau der Kiefergelenkes, bewegt sich der Unterkiefer beim Öffnen nur in der Anfangsphase wie bei einem Scharniergelenk auf einer Kreisbahn, bei weiterer Öffnung gleitet der Unterkiefer dann nach vorn und unten, so daß sich eine kombinierte Dreh- und Gleitöffnungskurve ergibt.
Ohnmacht
kurzdauernder, i.d.R. harmloser Zustand von Bewußtlosigkeit, welcher auf mangelnder Gehirndurchblutung beruht. Von Laien wird die O. häufig mit dem lebensbedrohlichen Kollaps verwechselt ("ich bin kollabiert"). Als Therapie genügt i.d.R. eine Flachlagerung des Patienten, um der Blutleere im Gehirn entgegenzuwirken.
Ohrspeicheldrüse
lat.: Glandula parotis; ist die größte der Speicheldrüsen. Ihr Drüsenausführungsgang mündet etwa in der Höhe zwischen dem 1. und 2. oberen Backenzahn in die Mundhöhle. Eine ihrer Entzündungen wird als Mumps bezeichnet.
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OK
Abkürzung für Oberkiefer, Maxilla.
Okkludator
abwertend "Klipp-Klapp", eine Art einfacher Artikulator, in welchem nur die einfachen Drehbewegungen des Kiefergelenks nachgeahmt werden können.
okklusal
auch occlusal; Lagebezeichnung: zur Kaufläche hin, an oder auf der Kaufläche. ==> Zahnflächen
Okklusion, Okklusionseinheit
Berührung der Zahnkauflächen (einzelner oder aller) des Unterkiefers mit dem Oberkiefer bei zwanglosem Kieferschluß (siehe auch unter Ruheposition). Unter Okklusionseinheit versteht man im Gegensatz zur Kaueinheit das Zusammentreffen beim Kieferschluß von 3 Zähnen; entweder 2 des Oberkiefers mit einem des Unterkiefers oder umgekehrt. Berühren sich die Kauflächen durch Abnutzung vollständig miteinander, so spricht man von Schlittenartikulation.
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Okklusionsfläche
die Kaufläche der Backenzähne.
Oligodontie
angeborene oder erworbene starke Zahnunterzahl mit Verlust ganzer Zahngruppen. ==> Anodontie, Hypodontie.
Oligosialie
Ausdruck für einen Zustand, bei welchem zu wenig Speichel gebildet wird (etwa 0,7 Milliliter/Minute im Vergleich zu mindestens 1 Milliliter/Minute beim gesunden Menschen). Siehe auch unter Speichelmenge
Onlay
auch 'Kuppelfüllung'; Gußfüllung, bei welcher die durch die Größe des Defektes geschwächten Zahnwände durch Übergreifen des O. über die kautragenden Höcker des Zahnes geschützt werden. Der Übergang zur Teilkrone ist fließend.
Abb.: oben Inlay
unten Onlay
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opak
(röntgen)lichtundurchlässig, kreidig.
Opazität
optischer Durchlaßgrad eines Stoffes. So bewirkt z.B. auf einem Röntgenfilm eine Metallkrone eine helle Stelle, da sie eine hohe O. aufweist und so die Strahlen kaum durchläßt. Man spricht (entgegen dem Ergebnis, aber korrekt) von einer Verschattung.
oral
den Mund, die Mundhöhle betreffend. In der Pharmakologie: orale Einnahme = Aufnahme eines Medikamentes über den Mund.
orale Rehabilitation
==> Rehabilitation.
Organ
Körperteil mit einer einheitlichen Funktion. Die Gesamtheit aller O. wird als Organismus bezeichnet.
organisch
zu einem Organ gehörend; belebt, gewachsen.
ORMOCER®
neuartiges Füllungsmaterial auf der Matrixbasis eines Siliziumsauerstoff-Netzwerkes; der Name leitet sich von ORganical MOdified CERamics ab. Die Entwicklung erfolgte hauptsächlich in dem renommierten Frauenhoferinstitut für Silikatforschung in Würzburg. Das zahnfarbene Material (DEFINITE®) soll sich nach Angaben des Herstellers DEGUSSA durch eine hohe Biokompatibilität und eine geringere Schrumpfung als die herkömmlichen Komposites auszeichnen. Es bleibt abzuwarten, ob O. wirkliche eine echte Amalgam- und Kompositealternative - so wie sie der Hersteller anpreist - ist.
Orthodontie
ähnlicher Begriff wie Kieferorthopädie; Regulierung von Zahnfehlstellungen, wobei bei der orthodontischen Regulierung überwiegend die Behandlung mit festsitzenden Apparaturen durchgeführt wird.
Orthognathie
auch Eugnathie; regelrechter Zahnzusammenbiß mit Neutralbiß. Geringes Hervorragen des Mittelgesichts; gekennzeichnet u.a. durch den Profilwinkel (Winkel zwischen Ohr-Augen-Ebene und der Verbindungslinie der Nasenwurzel mit dem Oberkiefer-Zahnfachrand in der Mittelebene). Bei Profilwinkeln von 85° und mehr spricht man von O., bei solchen unter 80° von Prognathie (Vorstand des Oberkieferkörpers) und bei Winkeln zwischen 80°-85° von Mesognathie. Siehe auch unter Dysgnathie.
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Orthopädie
Teilgebiet der Medizin, welches sich mit der Erforschung, Behandlung und Vorbeugung der Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates befaßt, z.B. mit Gelenkkrankheiten, Haltungsfehlern, angeborenen oder erworbenen Defekten. Die Kieferorthopädie behandelt speziell die Verformung der Kiefer und die Fehlstellung von Zähnen.
Orthopantomogramm
außerhalb des Mundes durchgeführte Panoramaröntgenaufnahme.
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orthoradiale Aufnahme, Projektion
Technik in der zahnärztlichen Röntgenologie, bei welcher der Zentralstrahl des Röntgengerätes senkrecht auf die Zahnbogentangente trifft. Sinn dieser Technik ist die überlagerungsfreie Darstellung von Zähnen.
Abb.: orthoradiale Projektion eines Eckzahnes (rot).
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Os
lateinische Bezeichnung für den Mund oder den Knochen.
Ossifikation
Verknöcherung durch Mineralisation von Gewebe.
Ostektomie
Entfernung von Knochen.
Osteoblast
knochenbildende Zelle.
Osteoklast
knochenabbauende Zelle.
Osteolyse
durch die Tätigkeit von Osteoklasten hervorgerufene Knochenerweichung bis hin zum Abbau, z.B. als Folge von Entzündungen.
Osteom
stets gutartiges Knochengeschwulst; Entfernung nur, um funktionelle Störungen zu beseitigen.
Osteomalazie
meist durch einen Mangel an Vitamin-D verursachte Knochenerweichung.
Osteomyelitis
korrekte Übersetzung mit Knochenmarkentzündung; in der Medizin aber häufig mit jeglicher Form (z.B. Ostitis) einer Knochenentzündung mit Sequesterbildung gleichgesetzt. In der ZHK sind die Ursachen für eine O. u.a. die Folge von schlecht heilenden, offenen Kieferbrüchen, infizierten Extraktionswunden, eitrigen Prozessen an der Zahnwurzel (Granulomen), oder im Kleinkindalter auch über den Blutweg (hämatogen). Die O. war vor der Entdeckung der Antibiotika eine häufig tödliche Erkrankung.
Osteoplastik
Verpflanzung von körpereigenem oder -fremden Knochen in eine Knochenlücke. Der verpflanzte Knochen stirbt zwar dabei ab, seine knochenbildenden Zellen überleben aber zum großen Teil und bilden neuen, voll funktionstüchtigen Knochen.
Osteoporose
Knochenschwund im Inneren des Knochens. Die Knochenmarkräume vergrößern sich dadurch erheblich, der Knochen wird geschwächt und neigt zu Spontanbrüchen. Neben der altersbedingten O. (vermehrt beim weiblichen Geschlecht auftretend), tritt diese auch durch Mangelernährung und/oder auszehrenden Krankheiten auf.
Osteoradionekrose
strahlungsbedingte Knochenzerstörung; i.d.R. als Folge einer Tumortherapie.
Osteosynthese
Form der Kieferbruchbehandlung: die Bruchstücke werden chirurgisch zusammengefügt (reponiert) und mittels Platten oder Schrauben miteinander fixiert. Der Hauptvorteil der O. ist die sofortige Belastbarkeit; nachteilig die spätere operative Entfernung der Platten oder Schrauben.
Osteotomie
Durchtrennung bzw. Entfernung eines Knochenteils mittels Säge, Meißel oder Fräse um z.B. einen von Knochen umfaßten Weisheitszahn zu entfernen.
Ostitis
Knochenentzündung. ==> Osteomyelitis.
Otitis
Entzündung des Ohres.
Ozon
chemisch äußerst aktive Form des Sauerstoffes. Die damit verbundene keimtötende Wirkung wird in der ZHK gelegentlich zum Desinfizieren von Wurzelkanälen und entzündeten Zahnfleischtaschen eingesetzt.
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