Dental Lexikon N

Zahnärztliches Lexikon N

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N.
Abkürzung für Nervus, Nerv


Nachblutung
Auftreten einer Blutung nach Abschluß eines chirurgischen Eingriffes. Ursachen können einmal die Verletzung von Blutgefäßen oder aber eine Blutgerinnungsstörung sein. Sofortmaßnahme (als Notfallbehandlung) ist jede Art von Kompression (Druck) auf die Wunde: z.B. mehrere Mulltupfer oder notfalls ein zerknülltes Stofftaschentuch auf die Wunde legen und fest zubeißen; der Zusammenbiß kann durch Anlegen einer Kopf-Kinn-Binde verstärkt werden. Der Kopf sollte nicht flach liegen; kalte Wangenumschläge; unbedingt zahnärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Zahnärztliche Behandlung der N. durch dichtes Vernähen der Wunde unter örtlicher Betäubung und / oder Tamponieren (Ausstopfen mit Gazestreifen) der Wunde mit Gazestreifen, die mit blutstillenden Mitteln (Thrombin-Präparate) getränkt sein können. Bei Blutgerinnungsstörungen zusätzliche Gabe von Hämostyptika; evtl. Krankenhauseinweisung.


NaCl
chem. lebensnotwendige Verbindung der Elemente Chlor und Natrium; bekannt als Kochsalz, Speisesalz. In 0,9%iger Konzentration bezeichnet man diese als physiologische Kochsalzlösung.


Nadelimplantate
aus der Frühzeit der Implantologie stammende Art der Einpflanzung künstlicher Zähne. Wegen häufiger Mißerfolge bei der Verwendung der tantalhaltigen N. (sog. "Nadelstraßen") heute keine sinnvolle Therapie mehr.


Nahrungsstoffe
Sammelbegriff für alle auf Dauer zum Leben notwendigen Nährstoffe, wie Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate, Salze, Wasser, Vitamine, Spurenelemente. Die N. kommen i.d.R. nicht allein vor, sondern sind an sog. Ballaststoffe gebunden.


Narkose
Betäubung des gesamten Körpers (sog. Vollnarkose) durch Inhalation (Einatmung mittels spezieller Vorrichtungen, Intubationsnarkose) oder venöser (Einspritzen in die Vene) Zufuhr; seltener durch rektale Zufuhr (Darmeinlauf)  von Narkosemitteln auf der Grundlage von Barbituraten, Halothan, Lachgas usw.. Es gibt nur wenige Indikationen, eine zahnärztliche Behandlung unter N. durchzuführen. Neben dem allgemeinen Narkoserisiko sind viele Behandlungen in einer Zahnarztpraxis "aktiv" d.h., sie erfordern die unmittelbare Mitarbeit eines ansprechbaren Patienten.
Die Entdeckung der N. gehört zu den bedeutensten Fortschritten der Medizin. Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Zahnärzte und Chirurgen die Heilkunde zu revolutionieren, indem sie das Lachgas, Äther und Chloroform zur Schmerzbekämpfung bei Operationen einsetzten. Bis heute gehört allerdings die Wirkungsweise der gängigen Narkosemittel immer noch zu den Rätseln der medizinischen Wissenschaft, indem sie die narkotische Wirkung nicht einer einheitlichen Theorie zuordnen konnte: so gibt es z.B. im Gehirn kein eigentliches Zentrum - ähnlich dem Atem- oder Brechzentrum - an welchem die N. direkt angreift.


Nasenblasversuch
diagnostische Methode zur Überprüfung einer nicht gewollten Verbindung zwischen Mund- u. Kieferhöhle. Beim Blasen in die zugehaltenen Nasenflügel strömt die so gepresste Luft bei einer Verbindung zwischen Kiefer- und Mundhöhle in den Mundraum.


Nasenbluten, Epistaxis
kann örtlich verursacht sein durch Verletzung der Schleimhaut, Geschwüre oder Geschwulste der Nase; tritt aber auch bei Allgemeinerkrankungen wie hoher Blutdruck, Arterienverkalkung, Blutgerinnungsstörungen, fieberhaften Erkrankungen auf; meist bluten dabei kleinste Gefäße am vorderen Teil der Nasenscheidewand.


Nasennebenhöhlen
siehe unter Kieferhöhle.


Nasenzahn
abartig in den Nasenboden durchgebrochener Zahnkeim; siehe auch unter Mesiodens.


Nasolabialfalte
die Nasenlippenfalte verläuft vom äußeren Ansatz des unteren Nasenflügels zum Mundwinkel der entsprechenden Seite. Sie ist besonders bei Zahnlosigkeit ausgeprägt, kann aber gut durch Zahnersatz kaschiert werden.


Natriumfluoridlösung
meist 0,05%ige Auflösung von Natriumfluorid in Wasser zur Fluoridprophylaxe als Spüllösung. Wegen einer Verschluckungsgefahr für Kleinkinder nicht geeignet.


Natriumhypochlorid
naszierenden (aggressiven) Sauerstoff abgebende chem. Verbindung. Wegen der keimtötenden Wirkung des N. wird diese vorwiegend zur Spülung infizierter Wurzelkanäle eingesetzt; auch Bestandteil des sog. "Bohrgels" Carisolv®.


Nekrose
Absterben von Gewebe in einem umschriebenen Bezirk; der tote Teil wird für den umgebenden lebenden Organismus zum Fremdkörper. Ursachen können Durchblutungsstörungen, Prothesendruckstellen, (bakterio-)chemische Einwirkungen, Hitze und Kälte sowie Unfallverletzungsfolgen sein. Wenn das Absterben langsam erfolgt, spricht man von Nekrobiose.


Nelkenöl
ätherisches Öl aus getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes. Das N. wirkt antiseptisch und betäubend. In Form des sog. 'Eugenol' in der Zahnheilkunde häufig angewandtes Medikament für Einlagen und provisorische Zemente. Gelegentlich können Allergien auftreten.


NEM-Legierung
NichtEdelMetall - Legierung; Begriff aus der Zahnersatztechnik. N. haben aus Kostengründen ihr Hauptanwendungsgebiet bei umfangreichem Zahnersatz wie z.B. den sog. Stahlprothesen. Eine Verarbeitung von Kronen- und Brückenersatz mit N. wird hauptsächlich bei eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten des Patienten durchgeführt, da die technische Herstellung sehr viel schwieriger ist als die Verarbeitung von edelmetallhaltigen Legierungen.


Nervus trigeminus
'Drillingsnerv' , V. Gehirnnerv; versorgt als Empfindungsnerv (Schmerzen) die Haut eines Teils von Kopf- Gesichts-, Binde-, Horn- und Regenbogenhaut der Augen, die harte Hirnhaut, Schleimhäute der Nase, Nebenhöhlen, Mund, Zunge und die Zähne. Als Bewegungsnerv versorgt er die Kaumuskulatur und den Spannmuskel des Trommelfells. Nach dem Austritt aus dem Hirnstamm bildet der N. t. das Gassersche Ganglion, von dem drei Äste abgehen: Augen-, Oberkiefer- und Unterkieferast.
Siehe auch unter Zahnnerven.


neural
auch neurogen, den Nerv betreffend, vom Nerv ausgehend.


Neuralgie
Nervenschmerz; quälender in Anfällen auftretender Schmerz bei vielfach nur geringem objektiven Befund; beschränkt auf das Ausbreitungsgebiet des betroffenen Nerven (z.B. Ischias,unechte Trigeminusneuralgie). Ursachen können Entzündungen, mechanische Schädigungen und Allergien sein.


neuralgiforme Schmerzen, Beschwerden
besonders im Kiefer- und Gesichtsbereich auftretende Schmerzen bei grippalen Infekten, Kieferhöhlenentzündungen und Zahnnerventzündungen., welche eine echte Nervenentzündung vortäuschen.


Neuritis
Nervenentzündung; meist mit Empfindungsstörungen einhergehende Erkrankung der peripheren Nerven. Auslösende Faktoren können Gifte (Alkohol, Blei), Allergene, Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen oder Vitaminmangel sein. Die Behandlung erfolgt vornehmlich unter Beseitigung der Reizfaktoren, kombiniert mit lokaler Wärme und einem Vitamin-B12-Komplex, neuerdings auch mit Kortison. In besonders schweren Fällen kann die Durchtrennung des Nerven oder seine (vorübergehende) Blockade mit Procain nötig sein.


Neurologie
die Lehre von den Nerven und deren Erkrankungen.


Neurotoxine
Gifte (meist von Bakterien stammend), die besonders auf den Nerv wirken. Klassischer Vertreter sind die Toxine des Tetanusbazillus.


Neurotransmitter
an den Nervenendigungen gebildete und gespeicherte chem. Substanzen (z.B. Acetylcholin, (Nor)Adrenalin, Dopamin, best. Aminosäuren, welche den Nervenimpuls weiterleiten.


Neutralbiß
auch 'eugnather Scherenbiß; der 'normale' Biß; Ober- und Unterkiefer sind regelrecht miteinander verzahnt, die oberen Zähne beißen bis zu einem Drittel über die unteren. Siehe auch unter Dysgnathie, offener Biß, Scherenbiß.


new attachment
angestrebtes Ziel in der Parodontologie bei der Behandlung von Zahnfleisch(taschen)erkrankungen. Gemeint ist damit ein 'Wiederanwachsen' des losgelösten Zahnfleisches an die gereinigte Wurzeloberfläche (Scaling, Root planing). Siehe auch unter GTR.


Ney-Klammer
Klassifizierung von Gußklammern mit Auflagen als Halte- und Stützelemente bei herausnehmbaren Zahnersatz.


Nickellegierungen
früher vor allen Dingen Bestandteil von kieferorthopädischen Drähten; findet wegen immer häufiger auftretenden Nickelallergien (Modeschmuck) heute kaum noch Verwendung.


Niederlassung
offizielle Bezeichnung für das 'behandelnd am Patienten Tätigwerden als Arzt/Zahnarzt in eigener Praxis'. Die N. ist an genau geregelte Voraussetzungen (Ausbildung, Sprechstundenzeiten usw.) geknüpft und ist eine der Bedingungen für die Versorgung von gesetzlich versicherten Patienten (=Zulassung als Vertragszahnarzt). In einer N. tätige Ärzte / Zahnärzte gehören zu den sog. Freien Berufen.


Noma
früher auch als Hospitalbrand bezeichnet; schwerste Form einer eitrigen Mundhöhlenentzündung. Tritt vornehmlich bei durch eine andere Erkrankung geschwächten Patienten auf und kann bei mangelnder/falscher Antibiotikatherapie häufig zum Tod führen.


Nonokklusion
teilweises oder vollständiges Nichtzusammentreffen (Aufeinanderbeißen) der Zahnreihen, z.B. beim lutschoffenen Biß.


Novocain®
erstes, 1905 von Einhorn synthetisch hergestelltes Mittel (Procainhydrochlorid) zur örtlichen Betäubung; häufig mit kreislaufbedingten Nebenwirkungen. Heute durch bedeutend verträglichere Mittel abgelöst; noch gelegentliche Verwendung des N. in der Neuraltherapie.


Noxe
Schädlichkeit, Krankheitsursache.


Numerus clausus
beschränkende Maßnahme bei der Aufnahme eines Studienganges, vornehmlich in den medizinischen Fächern. In der Regel entscheidet die Abitursnote und sog.'Wartezeiten' über den Zugang zum Studium.


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mit freundlicher Genehmigung von dental-links.de, Dental Lexikon © by Dr. Claus de Cassan