Zahnärztliches Lexikon K
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Kältetest
Überprüfung eines Zahnes auf seine Vitalität hin. Wurde früher meist mit 'Kohlensäureschnee' (CO2 aus der Druckflasche; ca. -40° kalt) durchgeführt; heute durch leichter anwendbare Kältesprays abgelöst. Im Gegensatz zur elektrischen Vitalitätsprüfung, ist beim K. keine graduelle Empfindlichkeitsprüfung meßbar, dafür funktioniert der K. auch bei Kronen- und Brückenarbeiten, bei welchen die elektrische Vitalitätsprobe technisch nicht möglich ist, bzw. falsche Ergebnisse anzeigt.
Kallus
sich als Folge eines Knochenbruches bildende Reparaturgewebe, welches später zu Knochengewebe umgewandelt wird. Der K. bildet sich zunächst im Überschuß (eine Art von "Schwiele") und wird nach der endgültigen Verknöcherung wieder abgebaut.
Kalotte
das Schädeldach.
Kaltlicht
Licht mit nur geringem Infrarotanteil zur Diagnostik und Polymerisation von (Füllungs-)Kunststoffen. Der Lichttransport erfolgt über eine Glasfaseroptik.
Kamille
bewährtes, naturkundliches Spülmittel bei Zahnfleischerkrankungen und Prothesendruckstellen. Mangels Sporenfreiheit selbst gesammelter Kamille, sind bei einer therapeutischen Anwendung im Mund Fertigpräparate (z.B. Kamillosan) vorzuziehen.
Kanüle
Röhrchen zum Absaugen von Blut oder Speichel im Mund oder allg. zum Transportieren von Flüssigkeiten o. Gasen, z.B. als Aufsatz von Spritzen zur Injektion von Medikamenten in den Körper, oder als Absaugkanüle zur Entfernung des "Bohrabfalls", Speichels und Sprays aus der Mundhöhle.
Kapillaren
feine Gefäße, feinste Blutäderchen im Übergang des arteriellen zum venösen Kreislauf.
Karborund
Siliziumkarbid. Wegen seiner Härte Schleif- und Poliermittel zum Ausarbeiten von Metallarbeiten in der ZHK (Füllungen, Kronen, Brücken).
kardial
vom Herz ausgehend, das Herz betreffend.
Karies
Zahnfäule, "Loch im Zahn"; die mit Abstand häufigste Erkrankung des Menschen (ca. 98% der Europäer sind davon erkrankt). So verursachte die K. 1997 nach Schätzungen jährlich 12 Mrd. Euro Reparaturkosten allein in Deutschland (zum Vergleich: Herz-Kreislauf-Erkrankungen kosten "nur" 15 Mrd.).
Kohlenhydrate (bes. Zucker) werden durch Bakterien (besonders Streptococcus mutans) zu Säuren vergoren, welche alle Teile des Zahnes angreifen können. Während diese Säuren hauptsächlich den harten Zahnschmelz auflösen, greifen die Bakterien die organischen (lebenden) Bestandteile an. Körpereigene Reparaturmaßnahmen gegen K. gibt es im Gegensatz zu sonstigen Körperwunden nicht; lediglich im Anfangsstadium ist eine "Ausheilung" durch Remineralisation (Wiedereinlagerung von 'Mineralien' in den Zahnschmelz) möglich; später kann eine "Ausheilung" nur mittels einer Zahnfüllung erfolgen. Die Karies beginnt immer an der Außenfläche eines Zahnes (weißliche Verfärbungen als Zeichen der beginnenden Entmineralisation ('Entkalkung')) an sog. Prädilektionsstellen (Fissuren u. Grübchen, Kontaktpunkte der Zähne; Gebiete die der natürlichen o. künstlichen Reinigung schwer zugänglich sind).Die Entstehung der K. ist auch heute noch nicht restlos aufgeklärt; sicher ist aber, daß es ohne Zucker (Kohlenhydrate) und ohne Bakterien keine K. gibt; eine Impfung gegen K. ist bisher nicht möglich. Die Verhütung (Prophylaxe) der K. erfolgt durch gründliche Zahnreinigung in Kombination mit zahngesunder Ernährung (z.B. Reduzierung des Zuckerkonsums; Zuckeraustauschstoffe) und Zufuhr von Fluoriden.
Die Wissenschaft definiert die Karies als ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Entkalkungs- und Verkalkungsvorgängen auf der Zahnoberfläche, wobei die treibende Kraft für dieses Ungleichgewicht eine lang andauernde oder häufig wiederholte Produktion von Säuren durch Mikroorganismen in der dentalen Plaque ist. Für die Kariesentstehung müssen 3 Hauptfaktoren zusammenwirken:
Wirt (=Zahn), Mikroorganismen und Nahrung (hauptsächlich Kohlenhydrate).
Der in den letzten Jahren beobachtete Rückgang der Karies in den Industrieländern - man macht eine breitere Verfügbarkeit von Fluoriden dafür verantwortlich - scheint sich nach jüngsten Studien nicht mehr fortzusetzen.
Siehe auch: Zahngesunde Ernährung, Nährstoffe, Prophylaxe.
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zweiter Zahn von links: zweiflächige K. (Black I + II)
dritter Zahn: Approximalkaries (Black II) (zum vorderen Zahn hin) und Kauflächenkaries (Black I) (ebenso dritter u. vierter Zahn).
Kariesanfälligkeit
die Anfälligkeit einer Ansteckung mit Karies ist nicht in allen Altersstufen gleich. Besondere K. besteht statistisch zwischen dem 6.-9., 14.-20. und 40.-50. Lebensjahr, ebenso in der Schwangerschaft. Als Ursache für die erhöhte K. werden Ess- und Lebensgewohnheiten vermutet.
Kariesbakterien
siehe unter Streptococcus mutans.
Kariesdiagnostik, Karieserkennung
Untersuchungsmaßnahmen zum (frühzeitigen) Erkennen von Karies gibt es viele:
1.) Die klassische Methode mit Mundspiegel, Zahnsonde und Pinzette - kombiniert mit Druckluft zum Trockenblasen des Zahnes und guter Beleuchtung - ist trotz aller Fortschritte in der Zahnmedizin auch heute noch die Nummer 1 der Erkennungsmethoden.
2.) Besonders zur Erkennung von Karies in dem nicht einsehbaren Bereich der Zahnzwischenräume, Zahnwurzeln und unter Füllungen und Kronen sind die Röntgenaufnahmen unverzichtbar. Hier hat sich besonders die sog. Bißflügel-Röntgenaufnahme ("bite wing") durchgesetzt, welche gleichzeitig die Kronen und Teile der Zahnwurzeln beider Kiefer bei geringer Strahlenbelastung darstellt.
3.) Durchleuchtung des Zahnes mit starken Lichtquellen.
4.) Darstellung der Karies mit chemischen Substanzen ("Kariesdetektor") besonders am präpariertem Zahn.
5.) Laserfluoreszenz. Hierbei benutzt man die Tatsache, daß durch Kariesbakterien verändertes Zahnmaterial nach Bestrahlung von Licht fluoresziert. Laserlicht der Wellenlänge 650nm wird über ein Handstück an die zu untersuchende Stelle gebracht (Fissur, Glattflächen usw.) und seine Fluoreszenz-Emission gemessen und akustisch dargestellt. Es sind so Messungen bis zu 1mm Zahntiefe möglich. An einer Lösung zur Diagnostik der schwer untersuchbaren Zahnzwischenräume wird noch geforscht.
Kariesindex, DMF-Index
statistische Meßzahl zur Dokumentation des Kariesvorkommens einer Person. Der weltweit gebräuchlichste Index ist der DMF-Index (D=diseased=erkrankt; M=missing=fehlend; F=filled=mit einer Füllung versehen).
Kariesrezidiv
Aktivierung einer alten, zeitweise ruhenden Karies als Folge einer mangelhaften Entfernung der Erkrankung bei der Erstbehandlung und/oder durch einen schlechten Randschluß der Reparaturmaßnahme bedingt. Im Gegensatz zur Sekundärkaries kann das K. nur bei größerem Ausmaß klinisch erkannt werden; eine röntgenologische (Früh)Erkennung ist besonders mit Bißflügelaufnahmen gut möglich.
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Kariestest
Laboruntersuchung des Speichels auf seine kariesverursachenden Bakterien hin, oder Bestimmung des Säuregrades des Speichels. Da der Bakterien- oder Säuregehalt des Speichels nur bedingt etwas über die Kariesanfälligkeit aussagt, sind die K. umstritten. Der K. läßt sich relativ einfach in der zahnärztlichen Praxis durchführen.
Kariestherapie
Behandlung der durch die Karies verursachten Zahnschäden; i.d.R. mittels Ausbohren des Defektes, Vorbereiten einer Kavität und Abfüllen mit einem geeigneten Füllungsmaterials, bzw. bei größeren Defekten durch Versorgung mit einer Krone. In den letzten Jahren zeichnet sich allerdings ein Wechsel zu einer prozeßorientierten Diagnostik (Kontrolle der Kariesaktivität, Kontrolle der Ausdehnung der Karies, Therapieentscheidung) ab, bevor dann die eigentliche Therapie (s.o.) durchgeführt wird.
Neben der 'klassischen Therapie des Bohrens', machen in den letzten Jahren sog. 'minimal invasive' Behandlungsarten von sich reden (meist mehr durch die Werbung der Industrie als durch ihre Wirksamkeit) wie z.B. das 'Bohrgel' Carisolv, Laserbehandlungen, Pulverstrahltechniken und 'unterstützende' Ultraschall-Systeme. Für all diese Alternativtherapien gilt bisher, daß nur wenige klinische Erfahrungen vorliegen und die Geräte bzw. Substanzen i.d.R. überteuert angeboten werden. Gleichwohl sollten diese Alternativen sorgfältig beobachtet werden.
kariogen, Kariogenität
Karies auslösend oder fördernd im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln. Den kariesfördernden (kariogenen) Eigenschaften von süßen und klebrigen Speisen wurde bisher die größte Bedeutung zugemessen. Neuere Untersuchungen weisen den Lebensmitteln, welche gekochte Stärke enthalten (z.B. Kartoffelchips), eine noch größere Kariogenität zu: während die süßen Stoffe zwar ebenso kariesfördernd sind, verschwinden sie aber nach etwa 2 Stunden - im Gegensatz zu den Stärkeprodukten - durch die natürliche Speichelreinigung und Glukoseabbau wieder aus der Mundhöhle. Lebensmittel aus gekochter Stärke werden aber erst über einen längeren Zeitraum zu Glukose abgebaut, die dann folgende bakterielle Vergärung zu Milchsäure hält somit über einen längeren Zeitraum an.
Indirekt gemessen wird die K. mit der intraoralen pH-Telemetrie direkt im Mund und gibt exakte Ergebnisse für die Säurestärke (pH-Wert) während der Einnahme, Lutschen oder Kauen von Süßigkeiten. Diese Werte sagen noch nichts über eine K. aus, da noch viele individuelle Einflüsse hinzukommen. Man geht aber davon aus, daß erst nach einer Ansäuerung der Plaque unter den Wert pH 5,7 die Möglichkeit einer Entmineralisierung des Zahnschmelzes gegeben ist. Wird dieser pH-Wert nicht erreicht, können die Produkte die Bezeichnung 'zahnfreundlich' oder 'zahnschonend' erhalten.
Siehe auch unter "Aktion zahnfreundlich".
kariös
von Karies befallen.
Karzinom
Krebs, bösartiges Geschwulst (Tumor). Das häufigste in der Mundhöhle vorkommende K. ist das besonders bösartige verhornte Plattenepithelkarzinom. Das Risiko lebenslang an einem Mundkrebs (Mundhöhlenkarzinom) zu erkranken, liegt bei Männern bei 0,4 und bei Frauen bei 0,17 Prozent. Hauptrisikofaktor ist das Rauchen gefolgt von Alkohol: Raucher, die keinen Alkohol zu sich nehmen haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko im Vergleich zu Nichtrauchern; dieses Risiko erhöht sich 6 bis 15fach, wenn ein übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum vorliegt (Alkohol erhöht die Durchlässigkeit der Mundschleimhaut, wodurch der krebserregende Tabakeffekt verstärkt wird).
==> humane Papillomviren.
Kassenpraxis
schlagwortartige Bezeichnung für eine Zahnarztpraxis, welche überwiegend oder ausschließlich gesetzlich versicherte Patienten behandelt. Die Abrechnung der erbrachten Sachleistungen erfolgt quartalsweise über die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen. Die etwas abfällige Bezeichnung 'Kassenzahnarzt' wurde 1989 durch das Gesundheitsreformgesetz im Sinne einer Wortkosmetik in Vertragszahnarzt/-ärztin geändert.
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)
vom Sozialgesetzbuch (SGB V) her zwingend vorgeschriebener Zusammenschluß aller Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV). Wie die KZVen ist die K. eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR). Regelt Belange der Vertragszahnärzte auf Bundesebene. Da es mit dem Gesundheitsstrukturgesetz keine Kassenzahnärzte sondern nur noch Vertragszahnärzte gibt, ist die Bezeichnung irreführend. Internetadresse: http://www.kzbv.de .
Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV)
Zusammenschluß der Vertragszahnärzte i.d.R. auf Bundesländerebene. Bedingt durch die Strukturen der Besatzungszeit gibt es besonders im Südwesten Unterteilungen nach Regierungsbezirken (z.B. in B.-W. die KZVen Freiburg, Mannheim, Stuttgart, Tübingen). Die Mitgliedschaft in den KZVen ist für jeden Vertragszahnarzt Pflicht und i.d.R. mit umsatzabhängigen Gebühren für den Verwaltungsaufwand verbunden. Aufgaben der KZVen sind u.a. der Sicherstellungsauftrag zur ausreichenden zahnärztlichen Versorgung der Bevölkerung (den gesetzliche versicherten Patienten müssen in zumutbarer Entfernung genügend auf dem Stand der zahnmedizinischen Wissenschaft aus- und fortgebildete Zahnärzte/innen zur Verfügung stehen), eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der vertragszahnärztlichen Tätigkeit und die Wahrnehmung der Rechte ihrer Vertragszahnärzte gegenüber den Gesetzlichen Krankenkassen. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) hat sie u.a. ihren Pflichtmitgliedern gegenüber eine Disziplinargewalt. Siehe a. u. Zahnärztekammer und Quartalsabrechnung.
Kataplasma
Umschlag mit breiigen Inhaltsstoffen (z.B. Kartoffeln) in der Entzündungsbehandlung.
Katarrh
Entzündung der Schleimhäute mit Absonderung von Flüssigkeiten (Eiter, Sekret).
Katgut
auch Catgut; aus Tierdärmen hergestelltes, sich selbst auflösendes Nahtmaterial; wegen der 'Aggressivität' des Speichels, welcher die Fäden zu schnell auflöst, beim Vernähen im Mund wenig gebräuchlich.
Kauabdruck
spezielle Form des Funktionsabdruckes.
Kaudruck
Druck zwischen den Zahnreihen beim Zusammenbeißen. Kann theoretisch bei Frauen bis zu 300, bei Männern bis zu 400 Kg betragen, wird beim normalen Kauakt aber selten erreicht.
Kaueinheit
als K. bezeichnet man ein im guten Zusammenbiß stehendes Molarenpaar (1 Backenzahn des Oberkiefers mit seinem gegenüberliegendem Backenzahn des Unterkiefers).
==> Okklusionseinheit
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Kaufläche
die Oberseite (okklusale Fläche) eines Backenzahnes, welche zur Verbesserung der Nahrungszerkleinerung mit Fissuren (Grübchen) und Höckern versehen ist. In einem idealen Gebiß passen die Höcker der einen K. beim Zusammenbiß ungefähr in die Grübchen der K. des gegenüberliegenden Zahnes (Mörser-Pistill-Prinzip). Dieses Prinzip wird zur optimalen Funktion auch beim (gnathologischen) Zahnersatz angewandt.
Abb.: natürliche K. (oben) und eine nachgebildete K. beim Zahnersatz (unten).
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Kaukantenschutz
Ausdehnung einer Zahnfüllung über die kauenden Höcker eines Zahnes, um bei ausgedehnten Füllungen bei starker Belastung ein Auseinanderbrechen des Zahnes zu vermeiden. Typische Füllungsvertreter sind die sog. Onlays.
Kauorgan
alle am Kauakt beteiligten Körperteile wie Zähne, Zahnfleisch, Zunge, Gaumen, Wangen, Kaumuskeln, Kiefergelenk, Nerven usw. .
kausal
ursächlich; im Gegensatz zu symptomatisch.
Kauter
durch Strom erhitzte feine Drahtschlinge, welche zum Entfernen von Zahnfleisch verwendet wird.
Kautschuk
vor Einführung der Kunststoffe gebräuchlicher Basisstoff für Zahnprothesen.
Kavität
durch Präparation ("Bohren") geschaffene Hohlform im Zahn zur Aufnahme einer Füllung. Nach dem Amerikaner Black werden die K. weltweit in 5 Klassen eingeteilt:
I = Grübchen und Fissuren der Kauflächen;
II = Approximal(Berührungs-)flächen der großen und kleinen Backenzähne;
III = Approximal(Berührungs-)flächen der Schneide- u. Eckzähne ohne Beteiligung der Schneidekanten;
IV = Approximal(Berührungs-)flächen der Schneide- u. Eckzähne mit Beteiligung der Schneidekanten;
V = Zahnhalsflächen.
Im Rahmen der modernen Füllungstechniken (z.B. bei der Ätztechnik), wird aus Zahnsubstanz schonenden Überlegungen heraus, zunehmend auf eine Verlegung des Füllungsrandes in kariesarme Bereiche verzichtet. Zusätzlich haben die sog. "weißen Füllungen" eine andere Statik, die ein derartiges vorgehen erlaubt. Unabdingbare Voraussetzung für ein derartiges Vorgehen ist aber eine gute Mundhygiene.
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Kavitätenpräparation
Beschleifen, "Ausbohren", Vorbereiten der Kavität für die Aufnahme einer Füllung. Neben der möglichst vollständigen Entfernung einer Karies müssen statische und hygienische Kriterien beachtet werden. Ferner muß bei der konventionellen Füllungstechnik die Form der Kavität so gestaltet sein, daß sie der Füllung einen natürlichen Halt (Retentionsform) bietet. So werden z. B. bei zweiflächigen Kavitäten der Klasse I+ II (sog. zweiflächige Approximalfüllung) zusätzlich kariesfreie Fissuren in der Form eines Schwalbenschwanzes für Metallfüllungen (Amalgam, Gold) mit einbezogen, um einem seitlichen Herausfallen vorzubeugen. Alternative Behandlungsmethoden versprechen mit neuartigen Mitteln und Techniken häufig eine schmerzlose K., ohne bisher in ihrer tatsächlichen Wirkung überzeugen zu können.
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Kegelzahn
kegelförmig mißgebildeter Zahn.
keilförmige Defekte
durch falsche Putztechnik ("Schrubben") und im geringeren Maße durch eine zu abrasive Zahnpasta hervorgerufene Auskeilungen des unteren Teils der Zahnkrone und freiliegender Wurzelabschnitte. Die Defekte findet man immer nur auf der Außenseite der Zähne, deren Zahnwurzel frei liegt (der Zahnschmelz als äußerst harte Substanz läßt sich durch eine falsche Putztechnik nicht beschädigen) und hier besonders bei den Eckzähnen.
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Kephalometrie
Kopfvermessungskunde; hauptsächlich in der Kieferorthopädie angewandt zur Lagebestimmung der Kiefer u. Zähne zum Gesichtsschädel. ==> Fernröntgenaufnahme
Keramik
Schlagwortbezeichnung für keramische Massen, welche als Grundlage für künstliche Zähne, verblendete Zahnersatzarbeiten und Füllungen dienen. Durch Einfärben mittels Metalloxyden können dem natürlichen Zahn fast ebenbürtige Ersatzzähne hergestellt werden. Die K. hat eine hohe Bioverträglichkeit, ist aber schwer zu verarbeiten. Es lassen sich folgende Keramikarten unterscheiden:
» Feldspatkeramik,
» Glasimprägnierte Al2O3-Keramik,
» Glaskeramik,
» Glas.
==> Porzellan
Keramik-Inlay
im Zahnlabor hergestellte oder aus Industriekeramik herausgeschliffene (z.B.Cerec®) Einlagefüllung zur kosmetisch optimalen Versorgung eines Zahndefektes, welcher nach Möglichkeit allseitig von Zahnschmelz umgeben sein sollte (sog. 'Black I-Klasse'; siehe Abb.). Das Befestigen in der Kavität erfolgt mit einer spez. Adhäsivtechnik (sog. 'Einkleben'). Materialbedingt brauchen die K.-I. eine bestimmte Stärke um nicht bei extremer Belastung zu brechen, und sind deshalb wegen der Gefahr einer Zahnnervverletzung weniger für die jugendliche Pulpa geeignet. Kritisch zu betrachten ist die Tatsache einer nicht so hervorragenden Passung wie bei Metallinlays (welche durch das 'Klebematerial' wieder ausgeglichen wird), und das Anätzen des Zahnes zur Befestigung, welches bei Metalleinlagefüllungen nicht nötig ist.
Beim Herstellen und beim Einsetzen der K.-I. ist höchste Sorgfalt erforderlich.
Eine Zwischenform sind die sog. Galvano-Inlays, welche in vielen Punkten die positiven Eigenschaften der Goldinlays mit den Vorteilen der Keramik vereinigen.
Neben der kosmetischen Komponente sind die K.-I. vor allem nützlich, um Wechselwirkungen versch. Metalle im Mund zu vermeiden. So sollte z.B. mit Amalgam kein anderes Metall dauerhaft in Berührung kommen, weil sonst elektrochemische Prozesse deutlich mehr Quecksilber freisetzen könnten.
Abb. oben: Versorgung einer Kauflächenkaries mit einem zahnfarbenen K.-I.
Abb. unten: ausgedehntes zahnfarbenes MOD-Keramik-Inlay zur Versorgung eines größeren Zahndefektes.
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Keratose
Verhornung der Schleimhaut.
Kiefer
knöcherner Teil des Schädels zur Aufnahme der Zähne. Man unterscheidet den Oberkiefer (Maxilla) vom Unterkiefer (Mandibula).
Kieferbruch
meist durch äußere Gewalteinwirkung hervorgerufener Bruch (Fraktur) des Ober- o. Unterkiefers. Während im Oberkiefer meist der ganze Alveolarfortsatz abgesprengt wird (Einteilung der Brucharten nach 'Le Fort'), gibt es im Unterkiefer bevorzugte Bruchstellen: 1.) das Kieferköpfchen (=Kollumfraktur), 2.) der Kieferwinkel (im Gebiet der Weisheitszähne), 3.) die Eckzahngegend. Daneben sind Kieferbrüche durch Zysten, Knocheneiterungen, Knochentumoren oder durch starken Knochenabbau im hohen Alter möglich. Die Behandlung der K. erfolgt entweder durch Verdrahtung der Zähne, Metallschienen oder durch direkte Verschraubung der gebrochenen Knochenstücke (Osteosynthese).
Kieferdehnung
in der Kieferorthopädie gebräuchliche Methode zur Vergrößerung des Zahnbogens mittels festsitzender o. herausnehmbarer Apparaturen zur Behandlung eines Zahnengstandes.
Kieferfehlstellungen
==> eigene Seite.
Kiefergelenk
vielseitigstes Körpergelenk, da es sowohl Gleit-, wie auch Drehbewegungen ausführen kann. Bei falscher Belastung des K. (z.B. durch Knirschen o. Pressen, falscher Füllungs- o. Zahnersatzhöhe) kann es zu äußerst schmerzhaften Gelenksentzündungen kommen. Wegen der unmittelbaren Nähe des K. zum äußeren Gehörgang sucht der Patient häufig zuerst mit vermeintlichen Ohrenschmerzen einen HNO-Arzt auf. Zur röntgenologischen Darstellung dieses komplizierten Gelenks eignet sich sehr gut die Kiefergelenksaufnahmetechnik nach 'Parma'.
Siehe auch unter Scharnierachse.
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Kieferhöhle
auch Sinus maxillaris; paarige, über den Wurzeln der Oberkieferbackenzähne befindliche Knochenhöhlen, welche in ihrer Ausdehnung individuell sehr stark voneinander abweichen können. Ein natürlicher Zugang zur K. besteht über den Nasengang. Eine Entzündung der K. (Sinusitis) ist häufig eine Komplikation bei grippalen Erkrankungen (Schnupfen), kann aber auch durch entzündete obere Backenzahnwurzeln oder in die K. hineingestoßene Wurzelreste von diesen verursacht werden.
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Kieferkamm
Bezeichnung für den Alveolarfortsatz im zahnlosen Kiefer. Seine Ausdehnung ist von großer Bedeutung für die Funktion von herausnehmbaren Zahnersatz, speziell von Vollprothesen.
Kieferklemme
meist entzündungsbedingte Einschränkung der Mundöffnung durch Erkrankung des Kiefergelenkes oder der Kaumuskeln, oder reflektorisch bedingt zur Ruhestellung bei entzündlichen Prozessen in der Mundhöhle (z.B. erschwerter Durchbruch von Weisheitszähnen; als Folge von Leitungsanästhesien im Unterkiefer).
Kieferknochenentzündung
lat. Oberbegriff: Osteomyelitis; Infektion des Kieferknochenmarks als Folge von schlecht heilenden Extraktionswunden oder komplizierten Kieferbrüchen. Früher häufig tödliche Erkrankung; heute durch hohe Antibiotikadosen kombiniert mit einer chirurgischen Behandlung i.d.R. heilbar.
Kieferorthopädie (KFO)
Lehre der Zahn- und Kieferanomalien (Anomalie = Abweichung vom 'Normalen') und deren Behandlung. In Deutschland eigenes Fachgebiet innerhalb der ZHK. ==> Orthopädie; Orthodontie. Ziel der K. ist es, Fehlentwicklungen und Fehlbildungen im Kiefer- und Gesichtsbereich zu erkennen, zu beurteilen und zu behandeln. Der günstigste Behandlungszeitraum liegt während des Kieferwachstums (==>Rezidiv); bei entsprechender Mitarbeit und finanziellem Einsatz werden aber auch gute Erfolge bei Erwachsenen verzeichnet.
Näheres siehe unter Kiefer- und Zahnfehlstellungen.
Abb.: oben: Überbiß (sog. "Vogelgesicht")
Abb.: unten: festsitzende Behandlung
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Kinetische Kavitätenpräparation
==> Pulverstrahlgeräte.
Kinetor
dem Aktivator ähnliches, kieferorthopädisches Behandlungsgerät.
Klammer
1.) gebräuchlichste und preiswerteste Haltevorrichtung für (herausnehmbare) Teilprothesen oder kieferorthopädische Behandlungsgeräte. Die den Haltezahn umgreifenden Elemente der K. werden Klammerarme genannt. Danach unterscheidet man ein- und zweiarmige K.. Die K. können aus Draht gebogen sein (provisorische Prothesen, kieferorthopädische Apparaturen) oder aus einer Metallegierung gegossen sein. Zur Abfederung von Kaukräften wird die K. häufig mit einer Auflage versehen, man spricht dann von einer dreiarmigen K..
2.) laienhafter Ausdruck für eine kieferorthopädische Regulierung.
Klammerbrücke
==> Spinne.
Klammerzahn
Haltezahn für eine Klammerprothese. Da die Klammerarme den Haltezahn mechanisch schädigen können, werden die K. zum Schutz vor Karies häufig überkront.
kleiner Backenzahn
==> Prämolar.
Klebebrücke
auch unter dem Namen 'Maryland-Brücke' bekannt. Im Gegensatz zur konventionellen Brücke werden die der Zahnlücke angrenzenden Nachbarzähne nicht überkront, sondern die K. ist so gestaltet, daß der fehlende Zahn an die Nachbarzähne mittels Ätztechnik angeklebt wird. Nur bei optimalen Bißverhältnissen anwendbar, da sonst Herausfallen der K. durch Scherkräfte, welche beim Abbeißen auftreten können; eine echte Alternative zu den K. sind Implantate.
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Klopfschall
==> Perkussion.
Knirschen
auch Bruxismus genannt; unbewußt ablaufendes Aneinanderreiben der Oberkiefer- mit den Unterkieferzähnen, häufig verbunden mit einem Spannungskopfschmerz. Kann bei längerem Anhalten zu schweren Schädigungen des Zahnhalteapparates, zu erheblichem Materialverlust der Zahnkauflächen und zu Kiefergelenkserkrankungen führen. Die Ursachen für das K. sind meist im psychischem Bereich zu suchen; hier muß auch die eigentliche Behandlung ansetzen. Aus rein zahnmedizinischer Sicht erfolgt eine temporäre Behandlung des K. mittels einer Knirscherschiene.
Knochenersatzmaterialien
werden unterschieden in echte K. (aus dem eigenen Körper (autogene) oder von einer Knochenbank) und sog. 'allogene' (künstliche) Materialien wie Hydroxylapatit (bedeutendster Bestandteil der Knochen und Zähne) oder Tricalciumphosphaten (z.B. Cerasorb®). In der ZHK hauptsächlich gebräuchlich bei der Augmentation, beim Sinuslifting und zur Auffüllung von Knochendefekten im Rahmen der Parodontologie und Implantologie. Wenn auch echte K. in ausreichender Menge nicht zur Verfügung stehen, so ergeben sich bei körperfremden Knochen häufig Probleme mit den Antigenen und theoretisch möglichen Infektionen (HIV, Hepatitis, BSE); deshalb gelten auch heute noch die aus dem eigenen Körper gewonnenen Knochenmaterialien als das Optimum. Beim Transplantieren heilen die K. nicht ein, sondern regen die körpereigene Knochenneubildung an, indem sie resorbiert werden und durch eigenen, ortständigen Knochen ersetzt werden.
Knochentasche
Bezeichnung aus der Parodontologie; die in der Alveole (Zahnfach) befindliche Zahnwurzel ist - bedingt durch entzündliche Prozesse - nicht mehr vollständig vom Kieferknochen umgeben; es hat sich eine Knochentasche gebildet, welche behandelt werden muß. Im Gegensatz zur Zahnfleischtasche, welche sondiert werden kann, sind K. meist nur röntgenologisch sichtbar. Siehe auch unter parodontaler Regeneration.
Knochentransplantation
-verpflanzung, Osteoplastik; Verpflanzung von körpereigenem (Knochenspan vom Beckenkamm) oder körperfremden Knochen (Knochenbank) zur Auffüllung von bestehenden Knochendefekten (z.B. Knochentaschen in der Parodontologie).
Koagulum
auch 'Blutpfropf', 'Blutkuchen'; geronnenes Blut, so wie es z.B. nach dem Entfernen eines Zahnes die Extraktionswunde ausfüllt. Einem intakten, nicht infizierten K. kommt bei der Wundheilung eine entscheidende Bedeutung zu.
Kochsalzfluoridierung
auch als 'Speisalzfluoridierung' bezeichnete Maßnahme zur Verhütung von Karies: dem handelsüblichen Speisesalz wird ein bestimmter Anteil (200 - 250 mg/kg Kochsalz) einer Fluoridverbindung beigemischt. Da der tägliche Kochsalzbedarf bei jedem Menschen - seinem Körpergewicht entsprechend - ähnlich ist, läßt sich die tägliche Fluoridaufnahme gut dosieren, eine 'Vergiftung' durch Überdosierung ausgeschlossen. Die K. ist in Deutschland erst seit geraumer Zeit (1991) erlaubt, sie wird allerdings nur in der Kombination mit Jod angeboten; das so angereicherte Speisesalz muß entsprechend gekennzeichnet sein. Die Erfolge der K. lassen sich durch umfangreiche Studien in der Schweiz - wo die K. schon seit vielen Jahren durchgeführt wird - belegen: so sank der DMF-T Wert (ein Index für das Kariesvorkommen in der Bevölkerung) im Kanton Zürich von 7,94 innerhalb von 22 Jahren auf 0,84.
Gründe die für eine K. sprechen sind besonders:
» Fluoridtabletten werden vergessen, das Salz im Essen nicht,
» kein Tablettengewöhnungseffekt im Sinne einer Drogenprophylaxe,
» eine Überdosierung ist ausgeschlossen,
» sie ist äußerst kostengünstig,
» die Aufnahme der Fluoride erfolgt gleichmäßig über den Tag verteilt,
» keine unnötige Umweltbelastung durch das fluoridierte Wasser (Trinkwasserfluoridierung).
Während der ersten beiden Lebensjahre ist der Salzkonsum so gering, daß in dieser Altersgruppe weiterhin andere Formen der ergänzenden Fluoridzufuhr (meist in Form von Tabletten) eingesetzt werden müssen.
Eine Anwendung von fluoridiertem Jodsalz für Gemeinschaftsverpflegungen in Großküchen oder durch die Lebensmittelindustrie ist im Gegensatz zu reinem Jodsalz in Deutschland nicht zulässig.
Kofferdam
sehr elastisches und fast reißfestes Gummituch, welches über einzelne Zähne oder Zahngruppen gespannt wird. Durch vorher individuell angefertigte Löcher ragt die Zahnkrone aus dem K. heraus und erlaubt so eine saubere und trockene zahnärztliche Behandlung des entsprechenden Zahnes. K. ist eine häufig - fast schon dogmatisch - geforderte Voraussetzung bei den meisten neueren Füllungsarten und in der Endodontie; gleichwohl ist die routinemäßige Verwendung in der zahnärztlichen Praxis wegen seiner 'umständlichen' Handhabung und Patientenvorbehalten (z.B. ist eine Kommunikation nur stark eingeschränkt möglich) nur gering. So ist in der Praxis der K. mehr zum Schutz vor einer möglichen Infektion als zu einer vermeintlichen Prozeßqualität einzustufen.
Kohlenhydrate
neben Eiweißen und Fetten eines der Grundnahrungsmittel. Bekannte K. sind Zucker, Stärke und Zellulose. Sie sind Nahrungsgrundlage der den Zahn zerstörenden Kariesbakterien; ohne K. keine Karies.
Kohlensäureschnee
siehe unter Kältetest.
Kokain
früher benutztes Schleimhaut-Betäubungsmittel. Wegen einer bekannten Suchtgefahr und der Zuordnung zu dem strengen Betäubungsmittelgesetz in der ZHK heute nicht mehr gebräuchlich.
Kollaps
(==> Schock); lebensbedrohlicher Kreislaufzusammenbruch des gesamten Körpers; in der ZHK früher häufig als Nebenwirkung bei einer Lokalanästhesie. Der K. wird laienhaft oftmals mit der Ohnmacht (plötzliche Verminderung der Gehirndurchblutung) gleichgesetzt.
Koma
tiefste Bewußtseinsstörung, der Erkrankte reagiert nicht mehr auf äußere Reize.
Kombinationsprothese
auch als 'Herausnehmbar-Festsitzender Zahnersatz' bezeichnet. Zahnersatz, welcher aus zwei Teilen besteht; z.B. einer Verblockung der eigenen Schneide- u. Eckzähne mit Kronen oder Überkronung der Zahnstümpfe mit Innenteleskopen (festsitzender Teil), kombiniert mit einer Teilprothese (herausnehmbarer Teil) zum Ersatz für die fehlenden Backenzähne. Als Verbindung zwischen den beiden Teilen können Klammern oder (häufiger, da kosmetisch besser) Geschiebe, Stege und Teleskope dienen. Aufwendige, aber sehr effektive Versorgung des Restgebisses.
Kompakta
die feste, äußere Schicht (Rinde) eines Knochens; besonders stark im seitlichem Unterkiefer ausgebildet. Den weichen, inneren Teil des Knochens bezeichnet man als Spongiosa.
Komplexgebühr
Schlagwort aus dem zahnärztlichen Abrechnungsbereich; unter K. versteht man die Kosten, welche "unter dem Strich" für eine zahnärztliche Leistung - z.B. eine Krone - entstehen. Die K. war bis 1975 in der Prothetik und Kieferorthopädie üblich.
Kompomere
Bezeichnung für eine Materialgruppe, bei der es sich um Polyalkensäure-modifizierte Komposite handelt; ursprünglich sollte mit der Wortschöpfung "Kompomere" suggeriert werden, daß es sich um eine Kombination aus Komposite und Glasionomerzement (GIZ) handelt, was aber nicht zutrifft. Vielmehr sind K. durch GIZ modifizierte Komposite. Nach Herstellerangaben sollen die Vorzüge der einzelnen Komponenten, wie Eingehen einer chemischen Verbindung mit dem Zahn, zahnähnliche Farbe und Abrasionsfestigkeit vereint sein. Sie haben gegenüber den Glasionomerzementen (GIZ) verbesserte physikalische Eigenschaften (bessere Füllungsranddichtigkeit bei thermischen Belastungen) und sind - durch ihre chemische Haftung bedingt - gut für Zahnhalsfüllungen geeignet. Bedingt durch die Eigenschaft der GIZ, von außen zugeführte Fluoride wie eine Art Batterie 'Zwischenspeichern' zu können, wird ihnen eine gute kariesvorbeugende Wirkung nachgesagt. Es liegen noch keine Langzeiterfahrungen vor; eine Langzeituntersuchung (März '98) an 22 (zweiundzwanzig!) Milchzahnfüllungen bestätigt in groben Zügen die Herstellerangaben. Bekannte Vertreter der K. sind z.B. Compoglass®, Dyract®, Hytac®. Ausgehärtet werden dies K. meist durch Lichthärtung. Siehe auch unter Füllungen auf eigener Seite.
Komposit(s)
engl. Composite(s), zur Gruppe der "weißen Füllungen" gehörend; aus einer Kunststoffmatrix und Füllstoffen (Keramik, Quarz) zusammengesetztes zahnfarbenes Füllungsmaterial vorwiegend für den Frontzahnbereich, seit einigen Jahren auch für den Backenzahnbereich. Während die Matrix nach der sog. 'Bowen-Formel' fast gleich ist, unterscheiden sich die verschiedenen K. durch die Art und Größe der Füllkörper (siehe auch unter Polyglas). Die Aushärtung - welche mit einer Volumenschrumpfung einhergeht - erfolgt bei den meisten K. mittels UV-Licht; die Verarbeitung i.d.R. nach der Ätztechnik und häufig mittels Sandwich-Technik.
Die K. wie auch die Kompomere wurden in den letzten Jahren im Rahmen der Amalgamdiskussion als echte Alternativen zu diesem Füllungswerkstoff - besonders von der Industrie - angepriesen, ohne bisher einen endgültigen Beweis dafür geliefert zu haben. Neue Wege mit einer anderen chemischen Zusammensetzung beschreitet der Ersatzstoff ORMOCER®. Siehe auch unter Füllungen auf eigener Seite.
==> Polymerisationsschrumpfung
Kompressionsabdruck
spezielle Art des Funktionsabdrucks, bei welchem mittels zähfließender Abformmassen ein Druck auf die Kieferschleimhaut ausgeübt wird.
Kompressionsanomalie
Begriff aus der Kieferorthopädie; gekennzeichnet durch einen schmalen (seitlich komprimierten) Gaumen oder Unterkiefer. Die Schneidezähne sind bei einer K. entweder stark nach vorne verschoben (protrudiert) oder stehen - bei entsprechendem Lippendruck - im frontalem Engstand. Behandlung durch Dehnen des Kiefers mittels kieferorthopädischer Hilfsmittel.
Kondensation
Verdichtung eines Stoffes. Beim Legen einer Amalgamfüllung spricht man von einer K., indem das noch plastische Füllungsmaterial zur Qualitätsverbesserung mittels Hand- oder Maschineninstrumenten mit Druck in die Kavität 'gestopft' wird.
Kondylus
der Kiefergelenkkopf des Unterkiefers. Seine räumliche Bewegung innerhalb der Kiefergelenkspfanne (gehört zur Schädelbasis) wird als Kondylenbahn oder Gelenkbahn bezeichnet.
Konformitätserklärung
siehe unter Dentallabor.
kongenital
angeboren.
Konkremente
harte, ausmineralisierte, dunkel verfärbte, fest anhaftende Ablagerungen innerhalb einer Zahnfleischtasche und/oder auf der Wurzeloberfläche des Zahnes; auch als subgingivaler Zahnstein bezeichnet. Im Gegensatz zu dem oberhalb des Zahnfleisches (supragingival) befindlichen echten Zahnsteines, haften die K. äußerst fest an der Zahnoberfläche an und sind nur mühsam zu entfernen. Die exakte Konkremententfernung (engl.: Scaling) ist ein wichtiger Bestandteil der Parodontaltherapie.
Konservierende Zahnheilkunde
Zahnerhaltungskunde; Fachgebiet innerhalb der Zahnmedizin, welches sich mit der Erhaltung der Zähne (z.B. Füllungstherapie, Wurzelkanalbehandlungen) befaßt. Die Parodontologie wird häufig als eine Untergliederung der K. angesehen.
Konsilium
Beratung mehrerer Ärzte über einen Krankheitsfall. Diese Ärzte können vom gleichen Fachgebiet oder von unterschiedlichen Fachrichtungen stammen.
Konstanzprüfung
in der Röntgenologie eingeführte qualitätssichernde Maßnahme. Dabei wird ein Röntgenfilm in bestimmten Abständen mittels eines genormten Prüfkörpers belichtet. Die Überwachung der K. obliegt den Zahnärztekammern.
Kontaktpunkt
die punktförmige Berührung zweier benachbarter Zähne. Der K. wandelt sich unter der Kaufunktion im Laufe der Jahre durch Aneinanderreiben in eine Kontaktfläche um. Bei fehlendem oder mangelhaftem K. setzen sich beim Kauakt Speisereste zwischen die Zähne und schädigen die Interdentalpapille. Aus diesem Grund ist bei zahnärztlichen Versorgungen exakt auf einen richtigen K. zu achten. Die Wiederherstellung des Kontaktpunktes ist bei allen Reparaturmaßnahmen am Zahn (Füllungen, Kronen und Brücken) besonders unter parodontologischen Aspekten von großer Bedeutung.
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Kontraindikation
Gegenanzeige, medizinisches Verbot für eine bestimmte Therapie.
Kontrastmittel
chemische Substanzen, welche wegen ihrer Undurchlässigkeit für Röntgenstrahlen entweder in den Körperkreislauf gebracht oder Materialien zugemischt werden. So werden z.B. K. (Wurzel)Füllungsmaterialien beigemischt um eine röntgenologische Kontrolle dieser Heilmaßnahme zu ermöglichen.
Kontrollbereich
nach der Röntgenverordnung exakt beschriebener Bereich, in welchem sich keine Personen aufhalten dürfen oder entsprechende Schutzkleidung tragen und bestimmte Schutzbestimmungen einhalten müssen. Der K. beträgt in der ZHK bei einem normalen Röntgengerät 1,5 Meter radial um den Brennfleck des Gerätes.
Konuskrone
eine der Teleskopkrone ähnliche Doppelkrone. Im Gegensatz zur Teleskopkrone, welche mindestens zwei parallele Flächen aufweist, läuft die K. nach oben kegelförmig (konisch) zu. Der sog. Konuswinkel (Grad der Steilheit des Konus; 0° Winkel = keine Abschrägung; gebräuchlich sind Winkel zwischen 4° u. 6°) ist entscheidend für die Haftreibung zwischen Primär- und Sekundärteil (Aussen- und Innenteleskop) der K. .
Siehe auch unter Teleskopkrone.
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Kopfbiß
direktes Aufeinanderbeißen der oberen und unteren Schneidezähne mit ihren Schneidekanten. Beim normalen Biß beißen die Schneidezähne des Oberkiefers über die unteren Frontzähne.
Kopf-Kinn-Kappe
kieferorthopädisches Hilfsmittel zur Rückwärtsverlagerung des Unterkiefers. Im Kleinkindalter als alleiniges Hilfsmittel, im normalen Behandlungsalter gelegentlich als unterstützende Maßnahme. Sie auch unter Headgear.
Kopfpauschale
mögliche Vergütungsform in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei wird der Arzt nicht nach seiner tatsächlichen Leistung sondern pro Kopf seiner Patienten mit einem gewissen Betrag entschädigt.
Koplik-Flecken
Frühsymptom bei Masern; rote Flecken mit weißem Zentrum auf der Wangenschleimhaut in der Molarengegend.
koronal
Flächenbezeichnung; in Richtung der Zahnkrone befindlich, gelegen; an der Zahnkrone.
Körperverletzung
widerrechtliche Verletzung der in Art. 2 GG geschützten körperlichen Unversehrtheit eines Menschen. Der Bundesgerichtshof hat bis heute an der Auffassung festgehalten, daß auch ein unter Beachtung der erforderlichen ärztlichen Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit vorgenommener Eingriff eine tatbestandsmäßige Körperverletzung im Sinne des Strafgesetzes sei, die aber ungestraft bleibt, wenn eine Einwilligung des Patienten vorliegt. Der Patient kann auf Grund seines Persönlichkeitsrechtes uneingeschränkt über sich selbst verfügen. Dieses Selbstbestimmungsrecht kann der Patient aber nur sinnvoll ausüben, wenn er vom Arzt über seine Erkrankung und deren Behandlung vorher so aufgeklärt wird, daß er ihre Tragweite in wesentlichen Zügen erfassen kann. Siehe auch unter Haftung.
Korrekturabdruck
in zwei Phasen verlaufender Abdruck in der prothetischen ZHK: der erste Abdruck wird mit einem relativ festem Material genommen, um eine stabile Grundform zu erhalten. In der zweiten Phase wird der Abruck auf der Grundlage des Erstabdrucks nochmals mit einem sehr dünnfließenden Material genommen, um kleinste Feinheiten - besonders unter dem Zahnfleisch - exakt wiederzugeben.
Kortikalis
äußere, harte Schicht des Knochens.
Kortikoid
Hormon der Nebennierenrinde. Bestandteil von best. Zahnfleischsalben zur Behandlung von Entzündungen. In Kombination mit Antibiotika (Ledermix®) mit unterschiedlichem Erfolg zur Behandlung des kranken Zahnnervs (Pulpitis) angewandt.
Korund
Bezeichnung für kristallines Aluminiumoxid. Hartes Material, deshalb als Schleif- und Poliermittel
in der ZHK gebräuchlich.
Kostenerstattung
Form der Erstattung einer zahnärztlichen Leistung in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Im Gegensatz zu der anonymen Sachleistung auf Chip-Karte, erfährt der Patient direkt seine verursachten Kosten. Der Patient reicht die Zahnarztrechnung zur (teilweisen) Kostenerstattung bei seiner gesetzlichen Krankenkasse ein. Ab 1998 gilt in der GKV die Kostenerstattung bei Zahnersatz an Hand von Festzuschüssen. Eine K. ohne Festzuschüsse erfolgt in der Kieferorthopädie.
Kralle
zahnchirurgisches Instrument in Hebelform zur Entfernung tief abgebrochener Zahnwurzeln besonders der unteren Molaren.
kranial
Lagebezeichnung: zum Schädel hin, nach oben.
Krankenschein
alte, nicht mehr gültige Form des Nachweises der Zugehörigkeit zu einer Gesetzlichen Krankenversicherung und gleichzeitig ärztliches Abrechnungsformular für erbrachte Leistungen. Im Rahmen der Gesundheitsreform durch die sog. 'Chip-Karte' abgelöst.
Krebs
==> Mundhöhlenkarzinom.
Kreideflecken
entkalkungsbedingte, weißliche Verfärbungen der Zahnoberfläche; ein Früherkennungszeichen der Karies. Die Karies kann mit speziellen Medikamenten in diesem Stadium noch ausgeheilt werden.
Kreuzbiß
Bezeichnung für verschiedene Arten von Bißfehlstellungen: während beim normalen Zusammenbiß die Oberkieferzähne über die unteren Zähne 'beißen', ist diese Beziehung beim K. umgekehrt.
Krone
Überzug über die natürliche Krone eines beschliffenen Zahnes. Die Indikation zur K. ist meist die starke Zerstörung des Zahnes durch Karies(='Zahnersatzkrone'). Daneben gibt es 'Pfeilerkronen' bei prothetischen Arbeiten (Brücken) oder 'Schutzkronen' bei Klammern. Nach der Präparation und dem Aussehen einer K.(metall- oder zahnfarben) gibt es versch. Bezeichnungen wie Vollgußkrone (Abb. rechts), Verblendkrone, Keramikkrone, VMK-Krone, Vollkeramikkrone, Galvanokrone, Stiftkrone, Teilkrone, Teleskopkrone usw.. . Als Werkstoffe für K. existieren Metall-Legierungen, verblendete Metall-Legierungen (VMK), Keramikmassen, Kunststoffe und (seltener) Stahl. Festgesetz werden die K. mit sog. Befestigungszementen. Zur Paßgenauigkeit siehe unter Randschluß.
Abb. links: Vollgußkrone ("Goldkrone")
Abb. rechts: Keramikkrone ("Vollkeramikkrone")
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Kronenpulpa
der Teil des Zahnnerves, welcher sich innerhalb der Zahnkrone befindet. Wird bei einer tiefen Karies zuerst von den Bakterien angegriffen.
Kronenrand
Übergangsstelle der künstlichen Krone zum natürlichen Zahn. Ein optimaler K. sollte dicht abschließen und durch seine Paßform das Zahnfleisch nicht reizen. Zusätzlich sollte er im sichtbaren Bereich unterhalb des Zahnfleisches enden. Zur Erzielung dieser Forderungen gibt es versch. Kronenpräparationen: Hohlkehlpräparation, Stufenpräparation, Tangentialpräparation.
Zu beachten ist der relativ große Substanzverlust bei stufenförmigen Präparation.
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Kuhhornsonde
in Form eines Kuhhornes gebogene zahnärztliche Untersuchungssonde zum Aufspüren von versteckter Karies in Zahnzwischenräumen.
Kumarin
Blutgerinnungshemmstoff, bekanntester Vertreter ist das Marcumar®. Die zur Infarktprophylaxe eingesetzten K. können bei Zahnfleischverletzungen oder nach Zahnextraktionen zu erheblichen Komplikationen (Nachblutungen) führen. Als Gegenmittel wirkt Konakion®, ein Vitamin-K Präparat.
Bei der Einnahme des Marcumar ist darauf zu achten, daß die Begleitnahrung arm an Vitamin-K ist (Leber, Bohnen, Kohlarten, Multivitaminsäfte enthalten viel davon), da die Wirkung des Medikamentes sonst aufgehoben werden kann.
==> Quick-Test
Kunstfehler
Ausdruck für eine ärztliche Behandlung 'wider die ärztlich-wissenschaftlichen Regeln'. Ist der Eingriff nicht angezeigt oder fachlich falsch durchgeführt, so handelt der Arzt rechtswidrig und ist wegen Körperverletzung strafbar. Bei einem ursächlich aus dem K. resultierendem Schaden besteht eine Haftungsverpflichtung.
Kunststoffe
meist synthetisch hergestellte, organische Verbindungen. Grundlage für viele zahnärztliche Ersatzmaterialien (Prothesen, Füllungen). Hin und wieder wegen möglicher Allergien nicht unproblematisch.
Kupferamalgam
heute nicht mehr zugelassenes Zahnfüllungsmaterial besonders für Milchzahnfüllungen.
Kupferringabdruck
antiquierte, umständliche Abformmethode eines Zahnstumpfes zur Versorgung mit einer Krone.
kurativ
'heilend' im Sinne einer ärztlichen Tätigkeit.
Kürettage
chirurgisches Auskratzen einer entzündeten Zahnfleischtasche von Eitergewebe und Glättung der Wurzeloberfläche. Standardtherapie bei der systematischen Parodontalbehandlung. Die K. erfolgt unter örtlicher Betäubung.
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