Zahnärztliches Lexikon E
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Eckzahn
auch unter der Bezeichnung Augenzahn, Hundszahn, Dens caninus, Dens angularis, Dens cuspidatus bekannt. Beim Menschen der 3. Zahn nach hinten (distal) von der Zahnmittellinie aus gesehen. Von seiner Wurzel her gesehen der längste und einer der "stabilsten" Zähne des menschl. Gebisses. Einer der Zähne, welche am längsten im Kiefer verbleiben. Deshalb in der Prothetik ein geschätzter Anker- o. Pfeilerzahn.
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Edelmetalle
in der Zahnheilkunde gebräuchliche Werkstoffe (Legierungen) für Zahnersatz. Die E. liegen nie in reiner Form vor, sondern aus Stabilitäts- u. Kostengründen als Legierungen. Typische Vertreter sind Gold, Platin u. Silber; in neuerer Zeit auch das reine - technisch schwer zu verarbeitende - Element Titan.
EDV, Praxiscomputer
elektronische Datenverarbeitung in einer Praxis zur Verwaltung und Abrechnung der spezifischen Patientendaten. Knapp 90% der deutschen Zahnarztpraxen arbeiten inzwischen mit einem derartigen System, ohne jedoch i.d.R. auf die handschriftliche Karteikarte zu verzichten (= "doppelte Buchführung"). Die gespeicherten Daten unterliegen nach dem Bundesdatenschutzgesetz strengen Bestimmungen; gleichwohl wäre eine spez. Regelung für medizinische Bereiche wünschenswert.
Eid des Hippokrates
siehe unter Hippokrates
Einbetten
in der zahnärztlichen Technik gebräuchliche Art zur Herstellung beim Zahnersatz. Das Ersatzstück wird in Wachs gearbeitet und in eine mit spez. Gips (= Einbettmasse) vorbereitete Muffel (=Behältnis) gebracht. Das Wachs wird nach Erstarren des Gipses ausgebrüht o. ausgebrannt und hinterläßt so eine Hohlform des späteren Werkstückes, welche mit den entsprechenden endgültigen Materialien ausgegossen wird.
Einlage, medikamentöse
besonders im Rahmen einer Gangrän- oder Wurzelkanalbehandlung gebräuchliche Methode zur Desinfektion des infizierten Wurzelkanals. Dabei wird eine mit einem bakterienabtötenden Medikament getränkte Papierspitze in den Wurzelkanal gebracht und ggf. mehrmals gewechselt.
Einlagefüllung
auch bekannt unter Inlay, Gußfüllung. Füllung zur Versorgung eines defekten Zahnes meist aus Goldlegierungen o. keramischen Massen bzw. einer Zwischenform beider Werkstoffe (sog. Galvano-Inlays). E. haben einen langen Bestand in der Mundhöhle, sind aber auf Grund der aufwendigen Herstellung etwa 10mal so teuer wie Amalgamfüllungen. Einmalspritze ==> Rekordspritze.
Einschleifen
Schleifvorgang an den Zähnen des Ober- u. Unterkiefers zur Herstellung einer optimalen Funktion der Zahnreihen zueinander (sog. Schleifkontakt). Kann im natürlichen o. im künstlichen Gebiß erfolgen.
Eiter
durch Leukozyten zerstörte infizierte Gewebszellen in flüssiger Form; verursacht durch die typischen Eitererreger Staphylo- u. Streptokokken. Ekzem häufig stark juckende Hautentzündung versch. Ursache.
Elastomere
elastisch-plastische Abdruckmaterialien; in dieser Gruppe der meist verwendeten zahnärztlichen Präzisionsabdruckmassen sind die Silikone und die Polyäther-Gummimassen zu nennen. Eine Basispaste wird mit einer Aktivator- und Katalysatorpaste zur Abdrucknahme vermischt; dabei kann die Konsistenz der Basispaste durch Füllstoffe, Strukturbildner und Fließhilfsmittel verändert und so den jeweiligen Gegebenheiten des Abdruckobjektes angepaßt werden. Nach der Abbindung entstehen gummiartige, durch die Zusatzmittel unterschiedlich elastische Abdrücke. Da das an sich gute Rückstellungsvermögen der Silikone verzögert ist, dürfen diese Abdrücke erst nach 1-3 Stunden mit Modellgips ausgegossen werden.
Elektrokauter
durch Strom erhitzte Drahtschlinge zum örtlichen Verbrennen von störendem Zahnfleisch o. zur örtlichen Blutstillung. Unterliegt nach der Medizingeräteverordnung strengen Kriterien.
Elevatorium
chirurgisches Instrument zum Anheben des den Knochen bedeckenden Gewebes bei Operationen. Elfenbein historisch viel benutztes Material für künstliche Zähne. Da es selbst kariesanfällig ist, wurde es durch Porzellan u. Kunststoffe ersetzt.
Elongation
Verlängerung, Herauswachsen eines Zahnes aus seinem Zahnfach; meist auf Grund des Fehlens seines Gegenzahnes. Zur regelrechten Kaufunktion müssen elongierte Zähne wieder gekürzt (abgeschliffen) werden; der fehlende Gegenzahn muß unbedingt ersetzt werden.
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Embolie
Zustand eines durch ein Blutgerinnsel verschlossenen Gefässes. Emphysem krankhafte Luftansammlung im Körpergewebe, z.B. bei zu starken Einblasen von Luft in den Wurzelkanal oder "Überspülung" mit Wasserstoffperoxid im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung. Führt zum typischen Knistergeräusch der darüber liegenden Haut.
Empyem
Eiteransammlung in bestehenden Körperhöhlen wie der Kieferhöhle, Stirnhöhle usw. .
Endodontie
Teilgebiet der Zahnerhaltungskunde. Befaßt sich mit der Behandlung von Zahnweichgewebe(Nerv, Pulpa) und angrenzendem Dentin(Zahnbein) im Inneren des Zahnes. Laienhaft mit Wurzel(kanal)behandlung zu übersetzen.
endogen
vom Inneren (des Körpers) kommend oder entstehend. Im Zusammenhang mit Krankheitsursachen gebraucht. So gibt es z.B. bei der Parodontose neben den äußeren(exogenen) Ursachen wie mangelnde Zahnpflege, endogene (innere) Faktoren wie ein geschwächtes Immunsystem (z.B. AIDS).
Endokarditis
Entzündung der Herzinnenhaut u. der -klappen. Eine Ursache hierfür können vereiterte Zähne sein. Bei Vorliegen einer E. werden zahnärztlich-chirurgische Eingriffe unter hohem Antibiotikaschutz durchgeführt. Siehe auch unter Infektion.
Engstand
der Zähne. I.d.R. dadurch bedingt, daß genetisch gesehen zwischen der (zu breiten) Erbanlage der Zähne und einem zurückgebildeten Kiefer ein Mißverhältnis besteht. Häufigste kieferorthopädische Behandlungsart. Engstände müssen unbedingt behandelt werden (notfalls ausschließlich durch einfaches Ziehen von Zähnen), weil sich sonst im Kiefer der Reinigung nur schwer zugängliche Zahnstellungen bilden, welche eine Karies u. Parodontose begünstigen. Zusätzlich bewirkt der E. im sichtbaren Bereich (Schneidezähne) ein oft kosmetisch störendes Erscheinungsbild.
Hauptsächlich werden aus kosmetischen und funktionellen Gründen beim E. einer oder beide kleinen Backenzähne (Prämolaren) gezogen.
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enossal , enostal
im Inneren des Knochens befindlich
Entzündung
Gewebeschädigung durch bakterielle, chemische o. thermische Reize mit den 5 typischen Symptomen: Rubor (Rötung), Tumor (Schwellung), Dolor (Schmerz), Calor (Hitze) u. Funktio laesa (gestörte Funktion) beschrieben.
Enzym
organische Verbindungen (Eiweiße), welche den Körperstoffwechsel katalysatorartig beeinflussen. Werden in Körperzellen gebildet, können aber auch außerhalb dieser wirken. Epidemie geographische u. zeitlich eng umgrenztes Gebiet mit Auftreten einer Krankheit. Epikrise endgültige Beurteilung einer durchgestandenen Krankheit auf deren Ursache u. Verlauf hin Epikutan-Test Hautärztlicher Test beim Verdacht einer Allergie. So fordern z.B. die Gesetzlichen Krankenkassen ein E.-T. zur Abklärung einer vermeintlichen Amalgamallergie.
Epinephrin
siehe unter Adrenalin.
Epithel
oberste, gefäßlose Körperzellschicht. Man unterscheidet zwischen verhorntem (äußere Körperhaut) und unverhorntem (Schleimhaut) E. . Es umkleidet den gesamten äußeren u. inneren Körper als deckendes und damit schützendes Gewebe.
Epithelansatz
Verbindung des inneren Saumepithels der Zahnfleisch"tasche" mit dem Zahnschmelz. In der Parodontologie von großer Bedeutung, da der E. eine dichte Sperre zwischen der Mundhöhle und dem in Mundhöhle ragenden Zahn darstellt. Das Gebiet zwischen Saumepithel und E. , welches ringförmig jeden Zahn umgibt, wird als Sulkus bezeichnet.
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Epithese
Defektprothese zum Ersatz von angeborenem oder erworbenen Gewebsverlust durch Carcinome, Unfälle o. Mißbildungen.
Epulis
gutartiges Geschwulst aus parodontalem Gewebe, welches nur im bezahnten Kiefer als Folge von Reizen o. nach Zahnentfernung auftritt. Neigt stark zu Rezidiven (Rückfällen nach Entfernung), wenn der die E. auslösende Reiz nicht behandelt wird.
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Erdbeer(Himbeer)zunge
Verfärbung des Zungenrückens; sicheres Erkennungszeichen bei Säuglingen und Kindern mit angeborenem Herzfehler
Ermüdungsbruch
häufigste Ursache für das Zerbrechen einer nicht mehr dem Kiefer exakt anliegenden Zahnprothese; Ursache ist ein im Laufe der Tragezeit sich verändernder (zurückgehender) Kieferknochen.
erschwerter Zahndurchbruch
Dentitio difficilis. Bekannt bei den Milchzähnen ("Zahnen") und Weisheitszähnen auf Grund von Platzmangel eines zu kleinen Kiefers. Kann teilweise erhebliche Schmerzen mit starker Entzündung, Fieber und Schwellung verursachen.
Erysipel , Wundrose
hochinfektiöse,durch Bakterien (Streptokokken) verursachte schmerzhafte und häufig gefährliche Erkrankung der Gesichtshaut oder der Schleimhäute; auch als 'Wundrose' bezeichnet.
Erythrosin
Hauptbestandteil von Plaquefärbetabletten
Erythrozyten
rote Blutkörperchen
Etching
engl. Begriff aus der Ätztechnik (spez. Verfahren zur Anhaftung von Füllungsmaterialien): durch Aufbringung einer ca. 30%igen Phosphorsäure auf den Zahnschmelz wird dieser oberflächlich entkalkt und bietet so eine bessere Grundlage (durch eine größere Oberfläche) für sog. Haftvermittler. Dadurch ist es möglich - besonders im Schneidezahnbereich ganze Zahnflächen wieder aufzubauen. Diese Technik findet auch bei dem Befestigen von Klebebrücken Anwendung.
Eugenol
Hauptbestandteil des Nelkenöls. Mit Zinkoxidpulver angerührt ist es eine vielseitig verwendbare Paste mit schmerzstillender u. antibakterieller Wirkung. Hauptverwendung in der Notfallzahnmedizin, aber auch zum Befestigen von provisorischen Kronen und Brücken.
Eugnathie
auch Orthognathie; optimal ausgebildetes u. geformtes natürliches Gebiß. Kommt in den Industrieländern selten vor.
Exacerbation
Verschlechterung, Verschlimmerung einer bestehenden Krankheit oder deren Verlauf.
Exkavator
löffelförmiges, kleines u. scharfes Instrument zur Entfernung von kariösem Dentin (Zahnbein). Heute wenig gebräuchlich; statt dessen wird ein sich langsam drehender Bohrer bei der Entfernung von pulpennaher Karies benutzt. exogen von außen auf den Körper einwirkend; Gegensatz zu endogen. Exostose gutartiges Knochengewächs ("Überbein"). Im Mund an den Alveolarfortsätzen vorkommend; kann beim Tragen von Vollprothesen äußerst störend sein und muß dann chirurgisch entfernt werden. Erbliche Komponente wird angenommen.
expansiv
sich ausdehnend, ausbreitend
Exstirpation
totale chirurgische Entfernung von Körpergewebe: Pulpenexstirpation = totale Entfernung des Zahnnerven mittels einer sog Exstirpationsnadel (dünne, in den Wurzelkanal passende Nadel mit Widerhaken).
Exsudat
entzündliche Ausschwitzung (z.B. Eiter)
Extensionsabdruck
spez. Art des sog. Funktionsabdruck, einem sehr genauen Abdruckverfahren im zahnlosen Kiefer zur Optimierung des Sitzes von Prothesen.
Extraktion
Zahnentfernung mit speziell dafür gearbeitenden 'Zahnzangen'; die Zahl der Extraktionen ist in Deutschland stark rückläufig: bedingt durch ein erhöhtes Zahnbewußtsein der Bevölkerung hat sich die Zahl der zahnentfernungen in Deutschland von jährlich 17 Millionen in 1970 auf "nur" noch 10 Millionen im Jahr 1994 verringert.
Extraktionstherapie
probate Maßnahme zur Behebung von Zahnengständen (mit oder ohne zusätzliche kieferorthopädische Behandlung). Stößt bei Laien häufig auf Skepsis: "warum muß ein gesunder Zahn entfernt werden?"
Extrusion
optisch scheinbare Verlängerung von Zähnen. Dabei handelt es sich um ein Heraustreten aus dem Zahnfach, z.B. wächst ein Zahn des Unterkiefers aus seinem Zahnfach ("wird länger"), wenn im Gegenkiefer der Gegenzahn (Antagonist) fehlt.
exzentrisch
außerhalb des Mittelpunktes liegend. Gebräuchlicher Begriff beim Röntgen von Zähnen zu einer speziellen Darstellung des Zahnes im dreidimensionalem Raum.
Exzision
Ausschneiden, Herausschneiden von Gewebe.
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