Zahnärztliches Lexikon C
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Caldwell-Luc-Operation
chirurgische Eröffnung der Kieferhöhle durch die Mundhöhle von der Wangenseite des Oberkieferknochens aus.
Calor
Erwärmung, Hitze. Typische Begleiterscheinung einer akuten Entzündung.
Calxyl®
Handelsname für ein Kalziumhydroxidmedikament. Vielseitiges Medikament zur Behandlung der Zahnpulpa (Nerv) und bei der Wurzelbehandlung. Wirkt auf Grund seines stark basischen Gehaltes neutralisierend auf entzündetes Gewebe, dessen ph-Wert sauer ist. ==> Überkappung.
Candida albicans
Fadengeflecht (Myzel). Erreger des weißlichen Soor. Dieses Myzel ist in jeder Mundhöhle vorhanden. Auf Grund von Antibiotikagaben oder bei reduzierter Abwehrkraft kann es durch Störung des Mikrobengleichgewichtes zu einem Wuchern dieses Geflechtes kommen.
Caninus
vom Namen des Hundes ("Reißzahn") abgeleiteter Ausdruck für den Eckzahn. Auch als Augenzahn bezeichnet.
CarisolvTM
sog. 'Bohrgel' auf der Basis von Natriumhyprochlorid (ein bewährtes Desinfektionsmittel) und drei versch. Aminosäuren. Durch groß aufgemachte Ankündigungen in den Medien soll dieses Gel die Nachteile der klassischen Kariestherapie mittels Bohren - in der Hauptsache die feinen Erschütterungen der rotierenden Instrumente (welche subjektiv häufig als sehr unangenehm empfunden werden) und die Angst beim Anblick des Zahnarztbohrers - eliminieren. An direkt zugänglicher oder durch koventionelles "Bohren" zugänglich gemachter erkrankter Stelle wird das Gel aufgetragen und nach 20 Sekunden mittels eines Handinstruments ("Exkavator") gelockert und mit einem Wasser-Luft-Gemisch (Spray) "weggespült". Größere klinische Untersuchungen über mögliche Nebenwirkungen stehen für diese 'bestechende' Idee noch aus; wenn überhaupt, ist eine Zulassung für Deutschland nach dem Medizinproduktegesetz frühestens Ende 1998 möglich.
Caries profunda
tiefgehende Karies, welche bis dicht an den Zahnnerv reicht und/oder diesen infiziert hat. I.d.R. mit erheblichen Schmerzen verbunden. Die Behandlung der C. p. besteht - nach Entfernen des angefressenen Dentins - meist in einem medikamentösen Aktivieren der Odontoblasten zur Bildung von sog. Reizdentin. Hat die C. p. den Zahnnerv erreicht, kommt es immer zu einer Entzündung der Pulpa, wobei nicht immer unbedingt Schmerzen auftreten müssen. Die Behandlung einer C. p. erfolgt meist durch Calxyl® (indirekte bzw. direkte Überkappung) mit wechselndem Erfolg, oder bei stärker entzündeter Pulpa durch eine Vitalamputation bzw. Vitalexstirpation mit anschließender Wurzelkanalbehandlung.
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Carpule
Zylinderampulle. Behältnis für Injektionsflüssigkeiten z.B. bei einer Betäubungsspritze.
Catgut
auflösbares Nahtmaterial für Körperhöhlen; weil es durch den Speichel zu schnell aufgelöst wird, für die Mundhöhle weniger geeignet.
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Cavit®
viel gebrauchtes provisorisches Verschlußmaterial für eine Kavität, welches nach Einbringen in den Hohlraum unter Speichelzutritt eine gewisse (provisorische) Kaufestigkeit erreicht.
Cavum dentis
Pulpahöhle, gemeinhin als "Nerv" bezeichnet. Befindet sich im Kronenteil des Zahnes und geht in die Wurzelkanäle über.
CEREC®
CEramicREConstructions; Produktname für direkt am Patienten gefertigte ('chairside') Keramikinlays, Kronen und Veneers. Nach der Präparation wird der Zahn mit einer elektronischen Kamera (siehe obere Abb.) unter Bildschirmkontrolle abgetastet. Daraus wird die zukünftige Zahnfüllung (Mitte) bzw. Krone/Veneer konstruiert und anschließend aus einem hochwertigen 'Industriekeramik-Block' herausgeschliffen. Dieses präzise Werkstück wird noch in der gleichen Sitzung mittlels Ätztechnik endgültig eingesetzt.
Abb. unten: Versorgung von 2 kariösen Zähnen und einer Amalgamfüllung durch Cerec-Inlays.
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cervical
den Zahnhals (Übergang zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel) betreffend.
Charters-Methode
auch unter dem Namen 'Charters-Massage' bekannt; sehr wirkungsvolle Methode bei Entzündungen des Zahnhalteapparates ("Parodontose"). Schwer zu erlernen und auszuüben, deshalb hat sie an praktischer Bedeutung verloren.
Die Bürste wird etwa in einem 45° Winkel an das Zahnfleisch gelegt und dann mit den seitlichen Partien der Borsten das Zahnfleisch mit kleinen, kreisend-rüttelnden Bewegungen massiert. Zusätzlich wird versucht, zur Reinigung die Borstenenden in die zahnfleischfreien Zahnzwischenräume zu 'stoßen'. Die Borsten der Zahnbürste sollen bei dieser Technik hart, in Abständen stehend und dreireihige Bündel haben.
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Checkbiß
Methode zur Bestimmung der Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer in Ruhe und Funktion mit spez. Registraten, wie z.B. Wachsplatten, Silikon- o. Kunststoffabdrücken, Papieraufzeichnungen. Wird bei prothetischen Wiederherstellungsmaßnahmen ('Rehabilitationen') im Kieferbereich angewandt.
Cheilitis
Lippenentzündung
Chemotherapeutikum
aus chemischen Substanzen hergestelltes Medikament, welches Kranheitserreger oder entartete Körperzellen in ihrem Wachstum hemmt (=bakteriostatisch) oder abtötet (=bakterizid).
Chemotaxis
Anregung von Zellen zu einer gerichteten Bewegung auf Grund von chemischen Reizen; so locken z.B. die Stoffwechselprodukte (Toxine) von Bakterien in der Zahnfleischtasche die körpereigenen Granulozyten zu ihrer Bekämpfung an.
Chip-Karte
Form des Nachweises der Zugehörigkeit zu einer Gesetzlichen Krankenversicherung; hat mit der 'Gesundheitsreform' 1993 den bis dahin üblichen 'Krankenschein' abgelöst.
Chirurgie
Übersetzung lautet sinngemäß "Heilung von Krankheiten mit der Hand".
Chloramphenicol
bakteriostatisch wirkendes Breitbandantibiotikum mit besonderer Indikation bei Thyphus-, Parathyphus- und Salmonellenerkrankungen wie auch bei bakterieller Meningitis; Nebenwirkung auf das blutbildende System, deshalb keine Verwendung als Standardantibiotikum.
Chlorhexidin (-gluconat)
bekanntes und sehr wirkungsvolles Antiseptikum zur Mundspülung.
Bekannt wurde das C. durch die sog. 'Mölndal-Studie':
13-14 jährige Kinder mit einem hohen Anteil an den sog. "Kariesbakterien" Streptococcus mutans wurden (mittels einer individuell gefertigten Bißschiene als Träger) mit Chlorhexidin-Gel behandelt. Der Effekt wurde mit speziellen Tests überprüft und die Behandlung alle 4 Monate über einen Zeitraum von 3 Jahren wiederholt. Daneben erhielten alle Kinder eine standardmäßige Prävention, wie Ernährungsberatung, professionelle Zahnreinigung und lokale Fluoridapplikation. Nach 3 Jahren hatten die Kinder mit einem hohen Befall an Streptococcus mutans im Durchschnitt 20,8 neue Löcher; die Kinder, welche noch zusätzlich mit Chlorhexidin behandelt wurden, aber nur noch 3,9 neue Defekte.
Nach einer neuen Empfehlung von Prof. Hickel (München; zm Nr.10 vom 16.5.'98), kann die Wirksamkeit von C. erheblich erhöht werden, wenn "Interaktionen mit Wirkstoffen aus Zahnpasta ausgeschlossen werden". Prof. Hickel empfiehlt deshalb eine (realitätsfremde) Wartezeit von 30 Minuten nach dem Zähneputzen - bzw. Genuß von Rotwein, Nikotin und Tee - , bevor mit einer Spülung begonnen wird.
chronisch
langsam verlaufend, schleichend, lange dauernd; als Gegensatz zu akut.
Clindamycin
Antibiotikum mit guter 'Einwanderung' in den (Kiefer)knochen. Das unter dem Handelsnamen 'Sobelin®' bekannte Präparat hat sich wegen seines hohen Knochenspiegels gut bei der Behandlung von Kiefervereiterungen bewährt.
Codein
zu den Opiaten gehörendes Präparat zur Bekämpfung des Schmerzes wie auch des Hustenreizes; häufig in Arzeneien als Kombinationspräparat mit anderen Medikamenten (Paracetamol, Acetylsalicylsäure) vorkommend. Unterliegt ab einer best. Menge und Dosierung dem Betäubungsmittelgesetz.
Collum (dentis)
Hals, (Zahnhals).
Composite (s)
zahfarbenes Füllungsmaterial; näheres siehe unter Komposit.
Conditioner
==> moderne Haftvermittlungssysteme.
Condylus
Gelenkköpfchen des Kiefergelenks. Bei Gewalteinwirkung einer der bruchgefährdesten Teile des Unterkiefers
connatal
angebohren.
Contusio cerebri
Zerquetschung von Gehirngewebe als Folge einer Gewalteinwirkung.
Corona dentis
die Zahnkrone; der sichtbare Teil des Zahnes.
Cortison
lebenswichtiges Hormon, welches in der Rinde der Nebennieren des Menschen produziert wird. Es regelt u.a. den Fett-, Eiweiß- und Mineralstoffwechsel und steuert die Abwehrfunktion des Körpers. Die Tagesproduktion liegt zwischen 20 und 200 mg. In Krankheitsfällen reicht diese Produktion nicht aus, um einen therapeutischen Effekt - meist eine Entzündungshemmung - zu bewirken; es muß als synthetisch hergestelltes Medikament - z.B. als Dontisolon-Salbe® bei Zahnfleischentzündungen - dem Körper zugeführt werden. Der Einsatz von C. ist wegen möglicher Nebenwirkungen nicht unumstritten; allerdings ist nach Einschätzung von Fachleuten der therapeutische Effekt bei richtiger Dosierung viel höher zu bewerten als die möglichen Nebenwirkungen.
Cosmopost® - Wurzelstift
zylindrisch-konischer Wurzelstift aus Zirkoniumoxidkeramik, welcher in Verbindung mit der sog. IPS-Empress®-Keramik (eine Art "Vollkeramikkrone") eine dauerhafte, nichtmetallische Kronenverankerung bei wurzelbehandelten Zähnen darstellt. Die in Länge und Umfang genormten Keramikstifte (Abb.: hellblau) werden in einen vorher durch abgestimmte Bohrer geschaffenen Wurzelhohlraum mittels Adhäsivtechnik 'eingeklebt'. Vorteil dieser jungen Methode sind von der Ästhetik und Biokompatibilität her optimale Eigenschaften. Langzeitergebnisse im Hinblick auf Bruchgefährdung des Stiftes liegen allerdings noch nicht vor.
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Costen-Syndrom
durch ein krankhaftes Kiefergelenk hervorgerufene Nervenschmerzen im Hinterkopf-Zungenbereich. Entsteht meist durch eine falsche Bißlage.
Cover denture
spez. Prothesenart im nur noch gering bezahnten Kiefer. Die vorhandenen Restzähne werden beim Kauakt nur wenig belastet.
Cuspidatus
wenig gebräuchliche Bezeichnung für den Eckzahn. Abgeleitet von 'der gespitzte Zahn'.
Cyano Veneer®
nicht sehr kaufestestes, dafür aber extrem gut haftendes weißes Füllungsmaterial auf der Basis eines Ethylcyanoacrylates. Bedingt durch eine extrem kurze Aushärtungszeit und einen günstigen Preis, hat es eine gewisse Bekanntheit bei dem Füllen von Milchzähnen erlangt.
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