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So sind Sie rundum gut versorgt.

Parodontologie - für Ihr gesundes Zahnfleisch

Zahnfleischentzündungen können viele Ursachen haben.

Zahnbelag mit den darin enthaltenen Bakterien ist dabei ein wichtiger Faktor. Weitaus seltener sind Zahnfleischentzündungen auf Verletzungen zurückzuführen. Falls Sie öfter Zahnfleischbluten haben oder es beim Putzen schmerzt, dürfte Sie diese Seite interessieren.

Abhilfe schafft meist eine Umstellung der Mundhygiene.

Entscheidend ist also regelmäßiges und gründliches Zähneputzen (mit der für Sie richtigen Technik). Dabei werden der bakterielle Zahnbelag und der Auslöser für dieses Krankheitsbild entfernt.

Die akut entzündliche Gingivitis.

Sie ist gekennzeichnet durch leichte Rötung des Zahnfleisches, erhöhte Blutungsneigung und leichte Schwellung. Schmerzen sind entweder nicht oder nur leicht vorhanden. Sie wird ausgelöst durch bakterielle Beläge.

Bakterien scheiden Substanzen aus.

Diese Endotoxine können in die Schleimhaut eindringen. Über die körpereigene Abwehr und bestimmte Botenstoffe kommt es zur Immunantwort des Körpers - der akuten Entzündung. Bei schwereren Formen ist die Zahnpflege nur eingeschränkt möglich, da jede Berührung des Zahnfleisches schmerzt.

Mechanische, chemische oder thermische Einflüsse.

Verantwortlich für eine Gingivitis ist oft auch ein zu starkes Putzen der Zähne. Dabei wird die Gingiva durch die Borsten der Zahnbürste verletzt und reagiert mit einer Entzündung. Schwellung und Schmerzen treten bei den bekannten Pizza-Verbrennungen am Gaumen auf. Dies ist eine echte Verbrennung und heilt im Laufe einiger Tage ab. Auch durch starke Säuren oder Laugen kann es zu Zahnfleischentzündungen kommen. Vermeiden Sie daher jeden Kontakt mit diesen Flüssigkeiten.

Chronische Gingivitis als Folge der akuten Form.

Bei 80 bis 90 % der Erwachsenen kann man eine chronische Gingivitis feststellen. Auch hier ist der Auslöser bakterieller Zahnbelag. Vereinfacht lässt sich die Schwere der Entzündung an der Blutungsneigung festmachen. Bei starkem Zahnfleischbluten, welches schon bei einfacher Berührung der Gingiva auszulösen ist, kann man auch von einer starken Gingivitis ausgehen. Die chronische Gingivitis erscheint oft auch zusammen mit einer großen Menge an Zahnstein. Hier spielt nicht nur die bakterielle Komponente eine Rolle. Eine Erkrankung mit Parodontitis (im Volksmund „Parodontose“) ist eine häufige Begleiterscheinung. Durch den verkalkten, harten und scharfkantigen Belag kommt es zu einer ständigen mechanischen Reizung der Gingiva.

Die hormonell bedingte Gingivitis tritt meist in der Pubertät oder Schwangerschaft auf.

Bekannt ist auch der Zusammenhang von Zahnfleischentzündungen und Pille. Auslöser hierfür sind prinzipiell aber die gleichen Faktoren wie bei der akuten und chronischen Gingivitis. Durch den hormonellen Einfluss werden aber die Symptome noch verstärkt. Bei guter Zahnpflege tritt allerdings auch bei diesen hormonellen Formen keine Gingivitis auf.

ANUG, eine Sonderform der akuten Gingivitis.

Die ANUG (acute necrotizing ulcerative gingivitis) wird auch Plaut-Vincent-Gingivitis genannt. Die Erreger sind hauptsächlich kleine, große und mittelgroße Spirochäten, Kokken und Stäbchenbakterien. Die Erkrankung ist nicht ansteckend. Betroffen sind meist Jugendliche oder junge Erwachsene zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr.

Die Bakterien dringen schnell in das Gewebe vor, das durch eine schon vorhandene Gingivitis vorgeschädigt ist. Die Krankheit beginnt am Zahnfleisch, das zwischen den Zähnen gelegen ist und zerstört die Interdentalpapillen. Das heißt, dass nach dem Ausheilen der ANUG die Gingiva an diesen Stellen fehlt. Die betroffenen Patienten leiden unter hohem Fieber, starkem Mundgeruch, Abgeschlagenheit und starken Schmerzen. Häufig betrifft es Raucher und Menschen, die unter starkem Stress (Prüfungen) stehen. Neuerdings steht auch eine latente Virusinfektion in Verdacht.

Die ANUG beginnt schlagartig mit einer hochakuten Entzündung, meist an den Frontzähnen. Das Zahnfleisch im Zahnzwischenraum ist hochrot und mit einem leicht gelblichen, abwischbaren Film bedeckt. Hier kann nur der Zahnarzt helfen.

So können Sie vorbeugen.

Die akute wie auch die chronische Gingivitis lässt sich durch eine professionelle Zahnreinigung (PZR) beseitigen. Vorbeugen können Sie durch gute Mundhygiene und eine regelmäßige Nachsorge. Vermeiden sollten Sie zu heiße Speisen und Getränke und den Kontakt mit ätzenden Substanzen. Bei der ANUG bleibt Ihnen nur der sofortige Gang zum Zahnarzt. Dessen Behandlung besteht in einer gründlichen Zahnreinigung, nachdem ein Lokalanästhetikum gegeben wurde. Eventuell bekommen Sie ein Antibiotikum und ein fiebersenkendes Schmerzmittel. Außerdem ist Bettruhe angeraten.

Entstehung der Parodontitis.

Irgendwann könnten Sie bemerken, dass einige Zähne beweglicher sind als andere. Vielleicht machen Ihnen in letzter Zeit vermehrt Zahnfleischentzündungen zu schaffen und unter Umständen kommt eine gelbliche Flüssigkeit aus einer Zahnfleischtasche heraus.
Bei einer oder allen Möglichkeiten kann es sich um eine Zahnbettentzündung - der Parodontitis - handeln. Erfahren Sie hier mehr über den Entstehungsmechanismus.

Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Zum Zahnhalteapparat zählen das Wurzelzement, der Alveolarknochen, das Zahnfleisch und der Zahnhals (marginales Parodont) und der Raum zwischen Wurzel und Knochen (Desmodont). Das Desmodont enthält derbes Bindegewebe, darunter Fasern (Sharpeysche Fasern), an denen der Zahn im Zahnfach (Alveole) aufgehängt ist. Desmodont, Alveolarknochen und Wurzelzement bilden eine Einheit.

Bei der Parodontitis wird der Zahnhalteapparat durch bestimmte Bakterien aus Zahnbelag und Zahnstein angegriffen. Meist geht diesem Vorgang eine Gingivitis voraus, die durch ungenügende Mundhygiene entstanden war. Unbehandelt entstehen Zahnfleischtaschen, in die weitere Beläge absinken und sich dann weitgehend der Reinigung entziehen. Die Beläge werden fest und bilden Konkremente, die zu einer zusätzlichen mechanischen Reizung des Zahnfleisches führen.

Das Bindegewebe des Desmodonts stellt eine natürliche Barriere für Bakterien dar. Überschreiten diese aber eine kritische Masse, kommt es zur massiven Invasion von Giftstoffen und Enzymen ins Gewebe, die eine Immunantwort des Körpers auslösen. Mit den Kampfstoffen des Körpers werden aber auch eigene Strukturen wie Bindegewebe und Knochen zerstört. In dieser akuten Phase der Entzündung kommt es zu Blutungen und eitrigem Ausfluss aus der Zahnfleischtasche. Zusätzlich tritt ein fauliger Mundgeruch auf. Nach einigen Tagen ist die Zahl der Bakterien soweit reduziert worden, dass die Entzündung abklingt. Zurück bleibt zerstörtes Knochen- und Stützgewebe. Die zeitliche Abfolge der Erkrankung verläuft schubweise. Ruhephasen, die durchaus bis zu einem Jahr andauern können, wechseln sich mit akuten, kurzen Phasen ab. Kommt es zu Beschwerden, spricht man von einer "aktiven Tasche". Die kritische Masse von Bakterien kann bei einer Schwächung des Immunsystems (grippaler Infekt) oder bei Stress schnell erreicht werden.

Zu den Faktoren, die eine Parodontitis begünstigen, zählen vor allem schlechte Mundhygiene, Rauchen, Stress und Allgemeinerkrankungen wie Diabetes. Weiterhin Funktionsstörungen der neutrophilen Granulozyten und Monozyten, Leukämien, HIV, Herpes zoster, Down Syndrom und andere.
Auch eine genetische Komponente ist gegeben, denn bei einigen Menschen entwickelt sich trotz geringer Beläge und guter Gesundheit eine Parodontitis. Der Verlauf der Krankheit kann sich durchaus über mehrere Jahre oder Jahrzehnte hinziehen. Es gibt allerdings auch Sonderformen, bei denen es unbehandelt sehr schnell zum Zahnverlust kommen kann.

1. Entzündung des Zahnfleisches

Auf diesem Bild erkennt man rechts eine Entzündung der Gingiva mit einer noch nicht wesentlich vertieften Zahnfleischtasche. Zum Vergleich ist links die Gingiva ohne eine entzündliche Veränderung dargestellt. Ausgelöst wurde die Entzündung durch Bakterien, eine mechanische, thermische oder chemische Reizung. Der Knochen ist nicht angegriffen. Bei guter Mundhygiene wird diese Entzündung sicherlich in einigen Tagen abklingen.
Entzündung des Zahnfleisches

2. Beläge und Konkremente

Hier ist die Zahnfleischtasche deutlich tiefer. Rechts erkennt man eine Verringerung des Alveolarknochens. In die Tasche abgesunkene Beläge (gelb) haften am oberen Zahnwurzelanteil und sind teilweise verkalkt (schwarz). Diese harten Anteile sind Konkremente, die sich aus Geweberesten, Blut und abgestorbenen Bakterienzellen zusammensetzen. Sie führen zu einer zusätzlichen mechanischen Reizung des Zahnfleisches und halten zusammen mit den weichen bakteriellen Belägen die Entzündung in Gang.
Beläge und Konkremente

3. Zerstörung des Zahnhalteapparates

Durch den Verlust des stützenden Knochens ist das Zahnfleisch zurückgegangen. Die Beläge sind weiter abgesunken und weiter verhärtet. Das System zur Selbstreinigung der Tasche durch das Taschensekret ist vollkommen zusammengebrochen. Die Taschentiefe (Sondierungstiefe) beträgt nun über 6mm.Der Zahn scheint länger zu werden und kann beweglich sein. Weiterhin kann ein eitriges, gelblich - weißes Sekret aus der Tasche gedrückt werden, wenn die Tasche aktiv ist. Das ist Eiter.
Zerstörung des Zahnhalteapparates

4. Drohender Zahnverlust

Die gemessene Taschentiefe beträgt jetzt 9mm, wobei das Zahnfleisch stark zurückgegangen ist. Der Knochenabbau ist weit fortgeschritten, das Gewebe der Zahnfleischtasche besteht nur noch aus entzündlich verändertem Bindegewebe. Der Zahnhalteapparat ist weitgehend zerstört. In dieser Phase ist der Zahn merklich gelockert, es kommt zu eitrigen Abszessen in der Zahnfleischtasche. Bei daraus folgendem Zahnverlust kann ein gleichwertiger Ersatz eines Zahnes nur durch Implantate wiederhergestellt werden.
Drohender Zahnverlust

Wir bieten Ihnen Therapiemöglichkeiten.

Die Bakterien sind die Hauptursache einer Parodontitis. Daher ist es notwendig, die vorhandenen Bakterien zu entfernen und für den Langzeiterfolg zu erreichen, dass das Zahnfleisch und die Zähne nicht wieder von neuen Bakterien besiedelt werden. Die Grundbehandlung, die bei jeder Parodontitis durchgeführt wird, ist die gründliche Mundhygiene zu Hause und die konsequente Zahnsteinentfernung in der Praxisklinik. Dabei wird durch eine geschulte Assistentin Zahnstein sowohl oberhalb als auch unterhalb des Zahnfleischgaumens restlos entfernt. Ist kein Zahnstein mehr vorhanden und alle Bakterien eliminiert, so kann das Zahnfleisch wieder an den Zahn anwachsen. Bei einer weniger schweren Zahnfleischerkrankung reicht diese Behandlung vollkommen aus.

Vorausgehend müssen überstehende Kronenränder und Füllungsränder sowie tief zerstörte Zähne entfernt werden, um die Hygienefähigkeit zu erreichen. Schwere Zahnfleischerkrankungen sollten nur von auf Parodontologie spezialisierten Zahnärzten behandelt werden – hier sind Sie in der Praxis Dr. Kolling & Partner in München genau richtig. Bei schweren Erkrankungen muss eventuell eine sogenannte Zahnfleischlappenoperation durchgeführt werden. Dabei schaffen wir einen chirurgischen Zugang zu den Zahnwurzeln, wodurch wir die Zahnwurzeln unter Sicht säubern können. Liegen spezielle Knochentaschen vor, so kann man mit künstlichen Knochen und einer Membran diese Knochentaschen teilweise wieder auffüllen. Zusätzlich kann mit einem sogenannten Schmelz-Matrix-Protein die Regeneration des Zahnhalteapparates gefördert werden. Zur Unterstützung sowohl der chirurgischen als auch der konservativen Therapie werden antibakterielle Spüllösungen verwendet, welche die Anzahl der Parodontalkeime reduzieren.

Für den Langzeiterfolg der Behandlung steht vor allem die gründliche häusliche Mundhygiene und die regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt sowie die konsequente und regelmäßige professionelle Zahnreinigung im Zentrum der zahnärztlichen Praxis.

Ästhetische Parodontologie.

Kommt es zu einem Rückgang des Zahnfleisches, der häufig lokalisiert in einer Spalte im Lippen- oder Wangenbereich an sichtbaren Zähnen auftritt, werden das Aussehen und die Ästhetik gestört. Häufig können wir solche Rezessionen bei geeigneter Indikation mit sogenannten Bindegewebetransplantaten oder auch anderen Techniken decken.

Nicht vorhandene Zahnfleischpapillen.

Durch eine Parodontitis kann es zu einer Rückbildung der Zahnfleischpapillen zwischen den Zähnen kommen. Solche Papillen lassen sich gerade im Brückenbereich durch geeignete Maßnahmen wiedererzeugen, aber auch der Kieferkamm kann im Bereich von Brückenkonstruktionen durch Bindegewebetransplantate, Knochenersatzmaterialien oder Eigenknochen wieder aufgebaut werden.


Für weitere Fragen zum Thema Parodontologie und zahnärztliche Chirurgie steht Ihnen unser Zahnarzt Team jederzeit zur Verfügung.